Antrag Mobilität neu denken – hin zur integrierten Mobilität

24.04.2018 – Die Kreistagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stellt folgenden Antrag:

Antrag: Mobilität neu denken – hin zur integrierten Mobilität

Mobilität neu denken – hin zur integrierten Mobilität

Sehr geehrter Herr Landrat,

wir möchten den Antrag der CSU-Fraktion zum ÖPNV aufgreifen und zusätzlich einige Verbesserungen Richtung günstigerer Tarife und verbesserter Attraktivität zur Abstimmung stellen.

Wir bitten unseren Antrag entsprechend in den Gremien einzubringen.

Aus unserer Sicht bietet der Ende 2017 verabschiedete Nahverkehrsplan des Landkreises eine hervorragende Grundlage für die Weiterentwicklung einer integrierten Mobilität. Darüber hinaus sehen wir aber schon jetzt mögliche Verbesserungsschritte. Entsprechende Vorschläge haben wir zu einem Antrag zusammengefasst.

Tarife:

Bevor man über Vergünstigungen für einzelne Nutzergruppen nachdenkt, was immer auch mehr bürokratischen Aufwand bedeutet, sollte die Situation für alle Nutzer bezahlbar bleiben.

Daher regen wir an, dass sich der Landkreis im ZVGN gegen die automatischen, jährlichen Tariferhöhungen wendet („Atzelsberger Vereinbarungen). Die Vermeidung dieser automatischen Steigerungen um ca. 3%, würde allein durch den Verzicht über die Jahre eine deutliche Entlastung für alle Nutzer bringen.

Die langfristige Bindung an den ÖPNV sollte ein grundlegendes Ziel der Mobilitätspolitik sein. Das Angebot des Jahresabos im VGN-Gebiet greift das auf. Wenn man als Zielmarke ansieht, für 1 Euro am Tag den ÖPNV nutzen zu können (Wiener Modell), dann wäre ein erster Schritt dorthin, die Jahresabos von Landkreisbürgern mit 200 € im Jahr zu bezuschussen.

Zusätzlich regen wir an, das Tagesticket solo für alle Tarifzonen im Landkreis verfügbar zu machen, ergänzend zum Tagesticket plus. Bisher ist das Tagesticket solo nur erhältlich in der Tarifzone A.

Taktung:

Da die schienengebundenen ÖPNV-Angebote nicht von den Staus auf den Einfallstraßen in den Ballungsraum betroffen sind, erscheint eine Verbesserung des Angebotes in diesem Bereich besonders wirksam.

Die S-Bahn-Linie Nbg.-Ansbach sollte daher vom 20/40 Stolpertakt auf einen durchgängigen 20 Min.-Takt umgestellt werden. Dieser Wunsch ist der Bayrischen Eisenbahngesellschaft als Besteller des Schienennahverkehrs entsprechend vorzutragen.

Schnellbuslinien:

Die Linie 113, gedacht als Ersatz für die ehemalige Bibertbahn, ist eine der am besten ausgelasteten Linien im Landkreis. Ihre Entlastungswirkung und Attraktivität ließe sich erhöhen, wenn man den 113er als Schnellbuslinie etabliert, unter Ausnutzung einer Ampelvorrangschaltung auf der Rothenburgerstraße.

Wir halten es außerdem für selbstverständlich, bei zukünftigen Ausschreibungen unserer Linien/Linienbündel, den Einsatz von Dieselbussen durch innovative Fahrzeugkonzepte (E-Busse etc.) abzulösen.

Allgemeine Aussagen zur Finanzierung:

Schon die Umsetzung dieser überschaubaren Maßnahmen führt zu einer Steigerung des Defizits des ÖPNV. Dies wird sich nachhaltig nur über eine Erhöhung der Bundes- bzw. Landeszuschüsse ausgleichen lassen.

Da ca. 60% des Aufwandes Personalkosten sind, dürfte die Zukunft der öffentlichen Mobilität im autonomen Fahren liegen, gerade wenn es darum geht das Linienangebot noch auszuweiten.

Die sich abzeichnende Erhöhung der Nutzerzahlen wird vermutlich zur Gegenfinanzierung nicht reichen, zumal wenn man die Tarife eher senken will und, bedingt durch die erhöhte Nachfrage, in zusätzliche Fahrzeuge investieren muss.

Das vom Landkreis etablierte Controlling führt zu einer regelmäßigen Evaluation aller Maßnahmen und kann als Nachweis dienen, dass alle Gelder effizient eingesetzt werden. Wir sehen es insbesondere als Instrument an, den ÖPNV beständig zu verbessern.

Beschlussvorschlag:

  1. Bevor einzelne Nutzergruppen Vergünstigungen erfahren, sollte im VGNGebiet auf die automatischen, jährlichen Tariferhöhungen verzichtet werden. Dies ist von den Landkreisvertretern entsprechend im ZVGN einzubringen.
  2. In einem ersten Schritt zu einer zusätzlichen Tarifentlastung werden die Jahres-Abos von Landkreisbürgern mit 200 € im Jahr bezuschusst.
  3. Es wird angestrebt, das Tagesticket Solo in Ergänzung des Tagesticket plus für das gesamte Landkreisgebiet einzuführen.
  4. Die S-Bahn-Linie Nbg.-Ansbach soll vom 20/40 – Stolpertakt auf einen durchgängigen 20 Min.-Takt umgestellt werden. Dies ist entsprechend bei der BEG vorzubringen.
  5. Die Linie 113 (westlicher Landkreis) wird als Schnellbuslinie ausgestaltet, unter Ausnutzung einer Ampelvorrangschaltung auf der Rothenburgerstraße.

 

Kreistagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Norbert Schikora             Marianne Schwämmlein      Heidi Deffner

(Fraktionsvorsitzender)   (Stv. Fraktionsvorsitzende)   (Kreisrätin)

Marion Betzler     Britt Inci     Wolfram Schaa      Bernd Löschner

(Kreisrätin)          (Kreisrätin)    (Kreisrat)                (Kreisrat)

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