Umweltzentrum Dresden nach dem Hochwasser!

    Dank an alle Spender!

    Dankschreiben auf unsere Spende in Höhe von 750.- €:

    28. Oktober 2002

    Das Umweltzentrum Dresden ist ein typisches Wendeprodukt. In der Aufbruchsstimmung 1990 entwickelte eine Hand voll idealistischer Streiter unter dem Dach der "GRÜNEn LIGA" das Konzept zu einem Haus, das auf beispielhafte Art und Weise das Anliegen des Anfang der 80iger Jahre im kirchlichen Raum stattgefundenen konziliaren Prozesses für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung umsetzen sollte. Was damals in der ökumenischen Versammlung vorgedacht wurde, fand auf dem Umweltgipfel in Rio und in der Charta von Aalbourg seinen weltlichen Ausdruck und in dem Aufbau Lokaler Agenden seine Verwirklichungsplattform.

    Das Umweltzentrum Dresden ist von Beginn an eine Art lebendiges Beispiel für das Funktionieren einer Lokalen Agenda. Umweltverbände, Hilfsvereine für notleidende Menschen, Umweltschützer und Landschaftspfleger, Altmöbelsammler, Autoteiler, Umwelterzieher, Ernährungsberater, Autobahngegner, Vertreter nachhaltiger Energieformen, Dachbegrüner, Renaturierungsplaner, sowie ein Tauschring, eine vegetarische Kneipe und eine Verbrauchergemeinschaft für ökologische Landbau- und Naturwarenprodukte sind ständige Nutzer des Hauses. Intensive Zusammenarbeit mit der Handwerkerschaft, der mittelständigen Wirtschaft, der Forschung und Entwicklung und der Verwaltung garantieren ein ganzheitliches Denken und Arbeiten. Die Lokale Agenda 21 für die Stadt Dresden wurde hier entwickelt und auf eigene Füße gestellt. Im Ergebnis entstanden der Verein Lokale Agenda 21 für Dresden, der in den Räumen der STESAD arbeitet und die Agenda 21 GbR, die sich aus verschiedenen Vertretern der Einrichtungen des Umweltzentrums zusammensetzt und auch hier ihren Sitz hat.

    Nach den heftigen Regenfällen Mitte August stand das Umweltzentrum Dresden durch die Überschwemmungen von Weißeritz und Elbe acht Tage lang bis zu 2 m unter Wasser. Die Schäden sind verheerend. Kneipe und Verbrauchergemeinschaft haben alles eingebüßt, ebenso ist die Haustechnik unrettbar verloren, 2 Ausstellungen, 2 komplett eingerichtete Büros und sämtliche Lagerräume mitsamt Inhalt.

    Die Kostenkalkulationen des Architekten weisen allein für den Bau eine Schadensumme von 600.000,00 € aus. Dazu kommen die Geschäftsinhalte der Kneipe und Verbrauchergemeinschaft und der Büro-Nutzer im Erdgeschoss. Insgesamt ist also von einem Schaden von ca. 1 Million € auszugehen. Alle wirtschaftlich geprägten Einrichtungen erhalten von den diversen Stellen finanzielle Unterstützung und Fördergelder. Die gemeinnützigen Einrichtungen erhalten bisher nur Absagen. Auch die verschiedenen Einrichtungen, die zur direkten Unterstützung der betroffenen Menschen Spenden einsammeln, haben uns mitgeteilt, dass eine Weitergabe der Spendengelder zum Wiederaufbau des Hauses nicht vereinbar ist mit einem mildtätigen Verwendungszweck und deshalb die Förderung unseres Projektes unterbleibt. Wir sind also bisher ausschließlich auf die Spendeneingänge auf unserem eigenen Konto angewiesen.

    Bisher werden die Spendengelder zusammen mit den vom Verein Umweltzentrum Dresden e.V. gebildeten Rücklagen für die bauliche Instandhaltung des Hauses ausschließlich für Abriss- und Entrümpelungsarbeiten (Container- und Werkzeugkosten) sowie für die Instandsetzung der wichtigsten Haustechnik (Stromverteilung, Heizungsregelung = Firmenrechnungen) und die Schaffung einer Zwischenlösung für die Kneipe und Verbrauchergemeinschaft verwendet. Wenn das Geld dafür noch reicht, wird auch noch neuer Estrich in das Erdgeschoss der Schützengasse 16 gebracht, damit die Hausnutzer wieder einen ordentlich begehbaren Weg zu ihrem Arbeitsplatz haben. Mit diesen Geldern schaffen wir, dass das Haus ab der 1. Etage wieder voll funktionsfähig ist.

    Das Erdgeschoss muss über Winter austrocknen. Weitergebaut kann erst werden, wenn Fördermittel da sind oder die Spenden solch utopische Höhen annehmen, dass die Wiederherstellung der Räume finanzierbar ist. Leider verstärkt der Leerstand im Erdgeschoss unser strukturelles Problem. Die institutionelle Förderung durch die Stadt ist weder für dieses Jahr in voller Höhe sicher noch für das nächste Jahr ohne Kürzungen anzunehmen. Erbbauzins ist trotzdem in voller Höhe zu zahlen und Mieteinnahmen fehlen uns monatlich fast 4.000,- Euro. Wir sind also darauf angewiesen, die Räume im Erdgeschoss so schnell wie möglich wieder herzurichten und zu vermieten um die Gehälter zahlen zu können.

    Wir haben noch nicht den Mut verloren und wir machen weiter. Vielleicht kommen noch Fördermittel oder die Spenden nehmen tatsächlich utopische Höhen an. Allen, die bisher an uns gedacht und uns einen Betrag – egal ob groß oder klein – überwiesen oder überreicht haben, sei ganz herzlich gedankt. Wir sind so sehr auf jeden Euro, auf jeden Cent angewiesen, dass wir uns auch über kleinste Beträge freuen.

    Wir stellen auch Zuwendungsbescheinigungen für Zuwendungen für mildtätige Zwecke der Sonderaktion Hilfe für Opfer der Hochwasserkatastrophe aus für alle, die sich nicht auf die Gültigkeit des Überweisungsträgers als absetzbare Spendenquittung verlassen wollen oder die gern eine Rückmeldung wünschen, ob Ihre Spende auch eingegangen ist. Dazu ist nur auf der Überweisung die vollständige Adresse gut lesbar anzugeben. Jedoch bitten wir alle Spender, sich bis zum Ende des Jahres zu gedulden. Die Vielzahl der Zuwendungsbescheinigungen ist einfach nicht so schnell zu bewältigen.

    Uta Hofmann
    Umweltzentrum Dresden