Grüne nominieren Jörg-Dieter Bauer

Zirndorf, den 25. Juni 2002

Für die Wahl des Landrats im kommenden Jahr wurde der 46-jährige verheiratete Hauptschullehrer und Kreisrat am 19. Juni in Zirndorf von der Versammlung mit 87,5 % als Kandidat auf den Schild gehoben.

In seiner Rede zur Kandidatur beschrieb der Pressesprecher der grünen Landkreisfraktion, der bereits 1996 kandidierte, die Schwerpunkte seines politischen Handelns und landkreisgrüner Politik: "Ich werde mich vorrangig für eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis einsetzen."
Bauer begründete dieses Ziel an mehreren Beispielen: "Unser Landkreis erstickt im Individualverkehr. Dies stellt eine deutliche Verringerung an Lebensqualität dar, man muss nur die morgendlichen Staus auf allen Einfallstraßen nach Nürnberg und Fürth betrachten. Mehr Straßen - das Rezept von gestern - bedeuten immer auch mehr Verkehr, mehr Verkehr aber eine weitere Verschlechterung der Lebensqualität. Hier muss der öffentliche Nahverkehr deutliche Zeichen setzen, dies ist mit den letzten Beschlüssen des Kreistages nicht geschafft worden. Daher heißt eine Forderung bündnisgrüner Kreispolitik: 20 % mehr öffentlicher Nahverkehr!"
Weiter führte Bauer aus, dass eine Steigerung der Lebensqualität alle Altergruppen umfassen muß. " Für alte wie junge Menschen muss mehr getan werden!" So seien Konsequenzen aus der Jugendhilfeplanung in den letzten Jahren kaum noch umgesetzt worden " Hier war der Kreis einmal führend, damit das wieder so wird, gilt für den Kreis und die Kommunen: 20% mehr Angebote für Jugendliche!"
Dies gelte auch für die Bildung: "Im Bereich der landkreiseigenen Schulen muss mehr für die Ausstattung und damit für die Qualität der Schulausbildung getan werden. Schulpolitik kann nicht durch Baupolitik ersetzt werden, auch hier werden wir Grüne uns in den nächsten Jahren für ein Mehr an Qualität einsetzen!"
Es gäbe, so Bauer, kaum einen Bereich, in dem die Landkreispolitik nicht verbessert werden könne: als weitere Beispiele nannte er mehr Bürgernähe und die sozialen Aufgaben.
"Untrennbar mit mehr Lebensqualität verbunden ist eine intakte Umwelt! Damit unsere Umwelt, die wir alle vielfach belasten, eine Chance erhält: 20 % mehr Energie aus regenerativen Quellen, 20 % mehr biologische und umweltverträgliche Landwirtschaft, wie auch eine Steigerung des regionalen Marktes, von der die einheimische Wirtschaft profitieren wird." forderte Bauer und ergänzte: "Speziell bei alternativen Energien werde ich mich dafür einsetzen, daß der Kreis endlich Vorbild- und Initiatorrolle spielt." Solar- und Fotovoltaikanlagen auf die Dächer öffentlicher Gebäude lautet hier die Devise, die Jörg-Dieter Bauer ausgab.
Vieles könne getan werden, wenn dem Kreis nicht ein selbst verursachte Schuldenfalle drohe. "Leider wurden aber in den letzten Jahren die Weichen für eine wenig vordringliche Massnahme gestellt: der Neubau des Landratsamtes schränkt den finanziellen Spielraum des Landkreises in den nächsten Jahren stark ein!" so Bauer.
Vorrangiges Ziel bündnisgrüner Kreispolitik müsse daher zuerst eine 20%ige Senkung der Verschuldung sein, nur so könne langfristig der politische Handlungsspielraum für den Landkreis erhalten werden, betonte Bauer zum Abschluss seiner Rede.