Nein zum Irak-Krieg!

    Gemeinsame Erklärung
    der Kreisverbände Fürth-Land und Fürth-Stadt
    von Bündnis 90/Die Grünen

    26. Januar 2003

    Wir lehnen einen Krieg gegen den Irak ab und unterstützen die Haltung der Bundesregierung, sich nicht daran zu beteiligen. Wir fordern die Bundesregierung auf, sich mit aller Kraft und all ihren Möglichkeiten für eine friedliche Lösung des Irak-Konflikts einzusetzen. Ziel sollte sein, ohne den Einsatz militärischer Gewalt eine Entwaffnung des Irak im Bereich der Massenvernichtungswaffen zu erreichen ...

    Um dies zu unterstreichen, rufen wir die Bevölkerung in Stadt und Land dazu auf, an der Anti-Kriegs-Kundgebung am Freitag den 7.Februar 2003 ab 16.00 auf der Fürther Freiheit teilzunehmen.

    Wir warnen vor den verheerenden Folgen dieses Krieges. Die Koalition gegen den Terrorismus würde gesprengt. Das Eingreifen der USA wird schon jetzt in der arabischen Welt als Demütigung empfunden. Statt der notwendigen Eindämmung des Terrors würde der Krieg zu noch mehr Gewaltbereitschaft gegenüber dem Westen führen. Die zu befürchtende Destabilisierung des Nahen Ostens gefährdet daher nicht nur die Sicherheit in den USA und Europa, sondern in besonderem Maße auch die Israels.

    Neben der menschlichen Katastrophe eines jeden Krieges hätten seine immensen Kosten und der unkalkulierbare Ausgang negative Folgen für die Weltwirtschaft und damit eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in Deutschland zur Folge.

    Wer wie die USA je nach Dauer zwischen 100 und 500 Milliarden Dollar Kriegskosten in Kauf nimmt, muss sich auch Fragen lassen, warum er nicht diese Gelder in die Bekämpfung von Hunger, Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Ausbeutung auf der ganzen Welt steckt. Dies würde zur Sicherheit des Westens weitaus mehr beitragen als jeder Krieg. Und hätte zumindest eine einwandfreie moralische Grundlage.

    Die internationale Opposition gegen einen Irak-Krieg ist in den letzten Wochen deutlich stärker geworden. In unseren europäischen Partnerländern überwiegt in Meinungsumfragen wie bei uns die Ablehnung des Krieges. Auch in der US-amerikanischen Öffentlichkeit gibt es keine Mehrheit für einen bedingungslosen Kriegskurs. Die "andere" USA, die sich gegen diesen Krieg wendet, hat angefangen sich zu formieren und sich öffentlich für friedliche Lösungen zu engagieren.

    Daher fordern wir auch die Opposition in der Bundesrepublik auf sich hinter den Kurs der Deutschen Regierung zu stellen. Die einen wären gern gegen Krieg, trauen sich aber nicht - aus Loyalität zu Bush. Die anderen wären gern dafür, trauen sich aber nicht - aus Angst vor den Wählern. Das ist ein Trauerspiel! Denn wer nicht für eine friedliche Lösung aktiv wird, hat wenig Grund zu Optimismus.