Der Bau der Zirndorfer “Westspange” soll auf seine Notwendigkeit und seine Zuschussfähigkeit im Ganzen und das Kosten-/Nutzenverhältnis
im Besonderen überprüft werden. Dabei sind strengere Maßstäbe als bisher an die Vergabe staatlicher Zuschussmittel anzulegen.
Begründung:
Mit Gesamtkosten von knapp 8 Mio. Euro ist dieses Projekt im Sinne eines ausgewogenen Kosten-/Nutzenverhältnisses überzogen. Die Westspange dient letztendlich der flächigen Verteilung des Individualverkehrs im Raum Oberasbach und Zirndorf, während sie an der eigentlichen Problematik, der seit Jahrzehnten bekannten Verkehrs- und Umweltbelastung der Rothenburger Straße nicht im Geringsten etwas ändert. Außerdem verhindert die geplante Westspange eine Entlastung der Rothenburger Straße, da eine parallel verlaufende Bahntrasse zusätzlich behindert wird. Eine Reduzierung des ursprünglich prognostizierten Verkehrsaufkommens ist außerdem durch den Entfall eines anfangs geplanten Baumarktes im PinderPark, der - von westlicher Seite - noch zu erschließenden Konversionsfläche gegeben.
Im Sinne einer langfristigen Daseinsvorsorge bleibt es vordringlich, mögliche Alternativen zum Individualverkehr nicht ein für alle Mal zu zerstören. Auch wurden die Einwände der Stadt Oberasbach, die die Hauptlast einer solchen Verkehrsverteilung auf der Rothenburger Straße tragen müsste, nicht entsprechend gewürdigt.
Zu bemängeln ist zusätzlich, dass keine preisgünstigeren Varianten in die Planung mit einbezogen wurden. Selbst eine “Null-Variante” mit Gegenrechnung der Investition in den ÖPNV wurde nicht in Erwägung gezogen.
Es ist daher sehr fraglich, ob staatliche Zuschüsse in ein solches Projekt fließen sollten, zumal es bayernweit sicher dringlichere Straßenbauvorhaben gibt.
Wolfram Schaa und Norbert Schikora, Zirndorf und Oberasbach den 13. März 2005