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Im Weitersdorfer „Dorfbrunnen“ wurde ein Ortsverband gegründet

„Grüne“ auch in Roßtal

Zwei gleichberechtigte Versitzende – Fragen zu Bebauung – „Grüne Mülltonnen“

ROSSTAL - Die Grünen, zur letzten Bundestagswahl als örtliche Senkrechtstarter hervorgetreten, wollen jetzt auch in der Kommunalpolitik mitreden. Im „Weitersdorfer Dorfbrunnen“ gründeten sie einen Ortsverband, dem Martin Monatsberger und Willi Krügl als gleichberechtigte Vorsitzende vorstehen.

Regelmäßige Zusammenkünfte sollen, so wünschte es die Gründungsversammlung, jeweils am ersten Mittwoch jeden Monats stattfinden.

Der Bebauungsplan „Südlich des Bahnhofs“, Müllkompostierung, Sondermüllbeseitigung und Biotop-Kartierung waren die Schwerpunkte des Abends, die bei reger Beteiligung der Mitglieder und Sympathisanten andiskutiert wurden.

Zum Bebauungsplan gegenüber dem Bahnhof stellten die Versammelten recht umweltbedingte Fragen, So, ob die Planung des „Park-and-Ride“-Parkplatzes mit 200 Pkw-Stellplätzen für Bahnfahrer nach Nürnberg doch nicht zu großzügig sei, oder in Wirklichkeit hauptsächlich dem Geschäftszentrum dienen soll. Bedenklich erscheint es den „Grünen“, daß die Anfahrt zum Parkplatz durch das vorgesehene Wohngebiet führt. Wissen möchte man außerdem, ob die Bebauung der Kapitalbildung (Vermietung) oder der Eigentumsbildung und Wohnraumbeschaffung (Eigennutzung) dienen soll, wie auch, ob die Bauabwicklung über Bauträger erfolge oder auch Selbsthilfegemeinschaften gebildet werden können.

Wichtig erschien es noch den Diskutanten, daß auch aktive/passive Sonnenenergie und umweltfreundliche Maßnahmen Berücksichtigung finden, wie Sonnenkollektoren, Wintergärten, Abwasserverwendung, Schutz des kleinen Feuchtgebietes an der Bahn. Im übrigen stellten sie die Generalfrage, warum nicht erst bestehende Baulücken geschlossen werden, ehe an größere Bebauungspläne, wie beispielsweise „Südlich des Bahnhofes“ herangegangen werde.

Für die Verarbeitung kornpostierbarer Abfälle wurde auch die Gründung einer Genossenschaft angeregt, wozu allerdings noch vertiefende Information eingeholt werden müßten.

Im Zusammenhang mit der Hausmüllbeseitigung wurde vorgeschlagen, den Hausmüll in kompostierbaren und nicht kompostierbaren Abfall zu trennen (sogenannte „Grüne Mülltonnen“). Besonders wichtig erschien es den „Grünen“ die Sammlung von Sondermüll (Batterien aus Taschenlampen und Taschenrechnern, Farben, Lacke, Sprays) und Aluminium in die Wege zu leiten. In diesem Bereich soll eine Zusammenarbeit oder Unterstützung mit dem neuen Ortsverband „Bund Naturschutz“ angestrebt werden.

Die Möglichkeit des gemeinsamen Einkaufs biologischer Lebensmittel fand bei den Versammelten große Resonanz und soll deshalb von der Vorstandschaft weiterverfolgt werden.

-sch

Quelle: FN vom 17.08.1983

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