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Im Markt Roßtal sind Konstellationen für die Kommunalwahl 2002 bereits weitgehend klar

CSU hat ihre Positionen schon abgesteckt

Bürgermeister setzte als Listenführer ein Zeichen – Grüne wollen absolute CSU-Mehrheit brechen

ROSSTAL (aw/sch) – Lange vor den anderen Parteien und Wählergruppen im Markt hat die Roßtaler CSU ihre Positionen für die Kommunalwahl im nächsten Frühjahr abgesteckt. Während SPD und Freie Wähler noch an ihren Listen stricken, sind die personellen Entscheidungen bei der Union klar, auch wenn Bürgermeister Maximilian Gaul sich erst ganz kurz vor dem fraglichen Stichtag offiziell zur Wiederwahl auf den Schild heben lassen will.

Schon im April hat der CSU-Ortsverein im Oedenreuther Gasthof „Goldener Stern“ seine Liste für die Kommunalwahl im März erarbeitet und vorgestellt. Dass auf ihr die Namen der seitherigen Markträte Peter Hutter, Inge Eichinger, Anton Engelhard, Erwin Döllinger, Richard Röger und Walter Ammon zu finden sind, ist allerdings weniger überraschend als der Rückzug der zu den jungen und besonders agilen Fraktionskräften zählenden Markträte Richard Bartsch und Roland Bauer. Ersterer führt zur Begründung seine Tätigkeit auf anderen politischen Feldern, letzterer seine berufliche Inanspruchnahme an.

Nicht mehr kandidieren werden auch die seitherigen Markträte Babette Bauer und Friedrich Winkler. Dafür sind „Seiteneinsteiger“ auf der Liste, etwa die Buchschwabacher BBV-Ortsbäuerin Gisela Sommerschuh oder der Großweismannsdorfer FFW-Vorsitzende Wolfgang Dersch.

Angeführt wird die Liste von Bürgermeister Maximilian Gaul, der damit das sichere Zeichen setzt, wieder um das Amt des Gemeindeoberhaupts antreten zu wollen. Offiziell nominieren will er sich allerdings erst „wenige Tage vor Meldeschluss“ lassen. Die Liste umfasst 27 Namen, weil man vielleicht 24 Markträte wählen muss.

Bei der SPD hat man nach Aussage von Ortsvorsitzendem Berthold Östreicher bisher nur „die politische Richtlinie vorgegeben“. Dazu war man im Frühjahr in Klausur.

Personell steht man vor einem Problem: 1996 hatte man eine Liste im Reißverschlussverfahren aufgestellt. Der Wähler hatte daraus aber alle Frauen eliminiert, was zur Folge hatte, dass man nicht das erwartete Ergebnis erzielte.

Daraus hat, so der Vorsitzende, der Ortsverein „natürlich gelernt“. Man wird kaum mehr das strenge „Wechselspiel“ praktizieren, aber das weibliche Element „ausreichend“ aufführen. Östreicher nennt „ein Verhältnis 13:7“.

Geplant ist laut Östreicher, auf der Liste eine deutliche Verjüngung der Kandidaten zu dokumentieren, auch wenn man natürlich die „große Erfahrung“ bewährter Räte zu berücksichtigen habe. Es werde auf der Liste aber „Namen ganz junger Leute“, etwa Jürgen Gottwald, Tobias Pohr, Jürgen Bauer oder Thomas Goroll, geben.

Auf einen Bürgermeister-Kandidaten haben sich die Roßtaler Sozialdemokraten noch nicht festgelegt. Gehandelt werden zwei Namen, wobei Östreicher zugibt, dass einer – wie schon 1996 – auf ihn selbst lautet.

Zeit, ihre Streitmacht zu ordnen, lassen sich auch noch die Freien Wähler im Markt. Ihre Marktratsliste hat nach Auskunft von Vorsitzenden Friedrich Wagner zwar „Konturen angenommen“, doch „fehlen noch ein paar Zusagen“. Die FW haben ihre Nominierungskonferenz sowieso erst für den Monat Oktober angesetzt, wollen aber eine „vollständige Liste mit 20 Personen und vielen neuen Namen“ (Wagner) präsentieren. „Jemand mit Erfahrung im Marktrat“ wird laut Wagner auch als Bürgermeister-Kandidat antreten.

„Fraktionsstatus“ – also drei Sitze – streben die Bündnisgrünen laut ihrem Vertreter im Marktrat Michael Brak bei der Kommunalwahl an und wollen außerdem „50 Prozent minus X“ für die CSU. Die Kandidatenliste soll noch im Sommer stehen, „erwogen“ wird auch eine Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters.

Quelle: Fürther Nachrichten vom 1. Juni 2001/FL/Seite 2

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