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Der erkennbar konsternierte Marktrat Roßtal musste neue Abwassergebühren beschließen

Preissteigerung sorgte für einen Schock

Ab dem 1. Januar 2002 ist ein Plus von 80 Prozent nötig –
Die „Investitions-Orgie“ wurde beklagt

ROSSTAL (sch) – Zum 1. Juli erhöht sich im Markt Roßtal die Abwassergebühr von bis jetzt 2,36 auf 4,25 Mark pro Kubikmeter. Ab 1. Januar 2002 wird der Preis mit 2,31 Euro berechnet.

Der Marktrat folgte damit, wenn auch erkennbar konsterniert, den betriebswirtschaftlichen Grundsätzen des Rechnungsprüfers vom Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband. Demnach müssen sich die Gebührenaufkommen mit den „einrichtungsbezogenen Ausgaben“ decken.

Nicht nur Bürgermeister Maximilian Gaul wurde von dieser Forderung überrascht, sondern auch die Fraktionssprecher. Peter Hutter (CSU) sprach von einer „Zeitbombe“, SPD-Mann Berthold Östreicher („Eine über 80-prozentige Erhöhung fällt uns in einem Zug schwer“) und Friedrich Wagner/FW („Ein gravierender Schritt“) sahen auch die Außenwirkungen. Michael Brak von den Bündnisgrünen wetterte gegen die Folgen einer „Investitions-Orgie“.

Mit klarer Mehrheit gegen zwei SPD-Stimmen und Michael Brak ging die Beitragserhöhung aber über die Bühne. Braks Wort von der „Investitions-Orgie“ forderte Bürgermeister Maximilian Gaul zu einer energischen Attacke heraus.

Eine Ausnahme zur neuen Gebühr gibt es in Neuses. Hier sind künftig statt 1,77 Mark nun 3,19 fällig. Hier kann aber lediglich an die Schmutzwasser-Kanalisation angeschlossen werden.

Werksbilanz gebilligt

An den Wasserverbrauchsgebühren, die letztmals 1999 auf 3,35 Mark/Kubikmeter angehoben wurden, ändert sich nichts. Dagegen votierten zwei SPDler mit „Nein“.

Zuvor hatte der Marktrat einstimmig die gemeindliche Wasserwerk-Bilanz 1999 gebilligt, die mit einem Verlust von 377 000 Mark abschloss. Hier gab Berthold Östreicher zu bedenken, dass die damalige Wasserpreiserhöhung nur für fünf Monate griff. Er erhofft sich für 2000 einen ausgeglichenen Abschluss, wenn nicht ein leichtes Plus.

Mit Interesse wurden vom Gremium die Bemühungen der Rathaus-Verwaltung für einen Gemeinschaftsraum im Feuerwehr-Gerätehaus Buttendorf für die Ortsvereine zur Kenntnis genommen. Es ist allerdings noch offen, ob die Dorfwirtschaft „Zur Alten Schmiede“ – bislang Versammlungsort der Buttendorfer Vereine – doch nicht wieder eröffnet wird.

Antrag verwiesen

Mit dem Antrag von Friedrich Winkler (CSU), der nach dem Feuerwehrfest eine „Änderung und Ergänzung der Ausschankgenehmigungen für kurzfristige Veranstaltungen“ wollte, soll sich der Hauptausschuss beschäftigen.

Bereits zu Sitzungsbeginn hatte das Gemeindeoberhaupt den Marktrat mit der Feststellung schockiert, es müsse mit rückläufigen Steuereinnahmen gerechnet werden. Betroffen seien sowohl der Anteil an der Gewerbesteuer wie auch der an der Einkommensteuer.

Quelle: Fürther Nachrichten vom 14./15. Juni 2001/Seite 41

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