Sprung zum Inhalt

In Roßtal steht zu Kosten von 12,8 Millionen Mark die Sanierung der Hauptschule an

Bündnisgrüne mahnen zur „Eile“

Sorge um Ergebnisse von Schadstoffmessungen –
Zeitplan sieht Beginn der Maßnahme 2003 vor

ROSSTAL – Wenige Jahre nach der (1995 abgeschlossenen) Sanierung und Erweiterung der Grundschule muss sich der Markt auch bei der Hauptschule an dieses Unterfangen machen. Auf Kosten von 12,8 Millionen Mark (rund 25 Prozent mehr als bei der Grundschule) summiert sich nach einer ersten überschlägigen Rechnung das Vorhaben, für das der Markt im Oktober die Zuschussanträge gestellt hat, um das Projekt möglichst rasch (frühester Zeitpunkt wäre das Jahr 2003) starten zu können.

Unterdessen mahnen aber die örtlichen Bündnisgrünen die „Offenlegung“ der Ergebnisse von Schadstoffmessungen im Gebäude an und fordern, mit der Sanierung möglichst rasch zu beginnen. Gefahren für Kindergartenkinder, Schüler und Lehrer müssten auf jeden Fall ausgeschlossen werden.

Das gesamte Schulgebäude sowie die Turnhalle und die Hausmeisterwohnung müssen nach Auskunft des Roßtaler Bauamtsleiters Herbert Kurtok in die Sanierung einbezogen werden. Die anfallenden Sanierungskosten von Grund- und Hauptschule möchte er aber trotzdem nicht verglichen sehen.

Schwieriger Plattenbau

Einen „Plattenbau“ zu renovieren sei eben ungemein schwieriger als einen Mauerwerksbau, auch wenn letzterer viel älter sei. Außerdem wird nach seinen Worten die Hauptschulrenovierung unter einem „erheblichen energieeffizienten Aspekt“ über die Bühne gehen. Der Ausstoß des umweltschädlichen CO2-Gases soll als Folge der Arbeiten drastisch reduziert werden.

Auch wenn der Markt im vergangenen Oktober den Antrag auf Bezuschussung des Vorhabens bei der Regierung von Mittelfranken eingereicht hat, wird nach Kurtoks Ansicht bis zum Start des Unternehmens noch ein recht stattlicher Zeitraum vergehen. Über den Zuschussantrag werde ja „frühestens“ Mitte nächsten Jahres entschieden.

Erst dann werde man wissen, ob man schon 2003 oder erst in den nächsten Jahren das Vorhaben starten könne. Denn Kurtok: „Der Markt kann ja eine Planung samt Ausschreibung erst in Auftrag geben, wenn er weiß, wann und wie viele Zuschüsse fließen“. Dass der Markt ein Vorhaben dieser Größenordnung vorfinanzieren könne, hält er für eine ausgesprochene „Illusion“.

Darüber aber diskutiert man im Moment bei den örtlichen Bündnisgrünen. Die Partei zeigt sich aufgeregt, weil der Markt die Ergebnisse von Schadstoffmessungen nach ihren Angaben – und zwar sowohl in Wänden und Decken sowie in der Raumluft des Gebäudes – zurückhält.

Belastete Küche?

Marktrat Michael Brak und Ortsvereinssprecherin und Bürgermeisterkandidatin Andrea Fischer werfen der Verwaltung vor, Mütter und Väter der Hauptschüler über die Ergebnisse von Belastungen der Schulküche mit Formaldehyd, die Konzentration von Lindan in den Holzdecken oder die Durchsetzung von Fußböden im Werkraum mit asbesthaltigem Kleber im Unklaren zu lassen.

Die Bündnisgrünen mahnen deswegen eine „verantwortungsbewusste Informationspolitik im Markt“ an. Nur durch die notwendige Offenlegung der Messergebnisse könne sich jeder Bürger ein eigenes Bild von der tatsächlichen Belastung im Schulgebäude machen und aufgrund von vorliegenden Fakten entscheiden, ob vom Marktrat der Start der Sanierung nicht schon vor dem Jahr 2003 eingefordert werden sollte.

In dieser Beziehung nimmt der Bauamtsleiter allerdings die politischen Gremien im Markt sowie die Verwaltung in Schutz. Ein „kompletter Schadstoffbericht zu den Belastungen durch PCB, Lindan oder anderen Stoffen sei vom Bürgermeister in öffentlicher Sitzung vorgetragen“ worden und stehe „allen Markträten zur Verfügung“.

Gute Gründe

Der Marktrat könnte aber auch „gute Gründe“ anführen, dass dieser Bericht nicht allgemein vorgelegt werde. Schließlich sage er aus, dass keine Gefahr bestehe und sich die Eltern über Schadstoffbelastungen keine Sorgen zu machen brauchten. Und wo man sich nicht zu ängstigen brauchte, so Kurtok, solle man Ängste nicht schüren. Für das Vorhaben hält es Kurtok am wichtigsten, dass Zeitplan und Finanzierung in Übereinstimmung kommen.

A.W. WIESERNER

Quelle: Fürther Nachrichten vom 30. November 2001/FL/Seite 5

XHTML 1.0 CSS WCAG1AAA