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Kritik an „grüner“ Position

Roßtal: Ja zu gemeinsamer Kläranlage mit Ammerndorf

ROSSTAL – Bei nur einer einzigen Gegenstimme hat der Marktgemeinderat der Gründung eines Kommunalunternehmens mit dem Markt Ammerndorf zugestimmt und damit zugleich den Bau einer gemeinsamen Kläranlage in der Nachbargemeinde befürwortet.

Mit Verblüffung und Unverständnis reagierte das Gremium auf die Aussage von Michael Brak (Grüne), er könne diese Entscheidung nicht mittragen. Die Möglichkeiten eines eigenen Kläranlagenbaus samt Kosten und Folgekosten seien seiner Meinung nach nicht ausreichend geprüft worden.

„Aus grüner Sicht bin ich gegen Abwassertourismus und daher froh, dass die Überleitung nach Fürth vom Tisch ist“, meinte Brak, prophezeite, dass alleine die Kosten für den Strom, der benötigt werde, um das Roßtaler Abwasser nach Ammerndorf zu pumpen, „immens sein werden“, und erklärte zudem, dass er die so genannte Membrantechnik bei der Abwasserentsorgung favorisiere.

„Die Entscheidung, welche Technik angewandt wird, steht zu einem späteren Zeitpunkt an“, entgegnete Berthold Östreicher, Fraktionsvorsitzender der SPD. Östreicher und seine Partei begrüßten die ortsübergreifende Lösung als „zukunftsweisende Entscheidung“.

Mit den Worten „Nicht aufgepasst, setzen, Sechs“ kommentierte Tobias Winkler, Fraktionsvorsitzender der CSU Braks Haltung. „Ich bin erstaunt, dass hier Vorschläge von Ihnen kommen, die seit einem Jahr diskutiert werden und nach und nach ausgeschlossen wurden“, meinte Winkler weiter.

„Ich bin wirklich verblüfft“, meinte auch Bürgermeister Maximilian Gaul (CSU). Schließlich seien die Kosten und Folgekosten der verschiedenen Kläranlagen-Variationen ermittelt und immer wieder vorgestellt worden. „Auch bei einer eigenen Kläranlage müssten wir im Übrigen in die Bibert einleiten, weil der Mühlbach als Vorfluter nicht geeignet wäre“, sagte Gaul abschließend.

Da Renate Kleindl von den Freien Wählern den Argumenten ihrer Ratskollegen nichts mehr hinzuzufügen hatte, stimmte das Gremium mit Michael Braks Gegenstimme dem gemeinsamen Kläranlagenbau mit dem Markt Ammerndorf zu.

CLAUDIA BIDNER-WUNDER

Quelle: Fürther Nachrichten vom 3. November 2006

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