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Kein Supermarkt auf der „grünen Wiese“?

Roßtal: Geeigneter Platz für den Einzelhandel gesucht –
Festwiese im Fokus der Planer

ROSSTAL – Schwierig gestaltet sich in Roßtal die Suche nach einem Platz für den Einzelhandel: Weder im Ortskern noch am Stadtrand scheint es geeignete Flächen zu geben. Die CSU sieht deshalb den Festplatz in Gefahr. Nun sollen die Bürger entscheiden.

„Nicht empfohlen“, „ungünstig“, „kein zentraler Ort“ – es klingt nicht sehr optimistisch, wenn Stadtplaner Thomas Rosemann vom »Topos Team« die Ergebnisse der Untersuchung vorträgt, die seine Firma zusammen mit dem Büro »Planwerk« durchgeführt hat. Das Ziel: einen günstigen Standort für den Einzelhandel in Roßtal zu finden, der zentral gelegen, gut erreichbar und ausreichend groß für einen Supermarkt ist. Getestet wurden ganz unterschiedliche Plätze wie die Felsenstraße mitten im Altort oder die Flächen jenseits der Bebauung an der Fürther oder Nürnberger Straße.

Diese weit draußen gelegenen Standpunkte schneiden in dem Gutachten besonders schlecht ab: „Durch Supermärkte auf der ‘grünen Wiese’ veröden die Ortskerne“, erklärt Rosemann. „Sie sind eine planerische Fehlentwicklung, vor der wir Sie gern bewahren möchten. Nicht umsonst gab es schon ein Bürgerbegehren gegen einen Markt an der Fürther Straße.“

Eine Aussage, die bei weiten Teilen des Marktgemeinderates auf Zustimmung stieß: „Wir wollen nicht, dass unser Altort zu einem Museum wird – leer und leblos“, meint SPD-Sprecher Berthold Östreicher. „Märkte auf der grünen Wiese machen nicht nur die Natur, sondern auch die Orte kaputt“, stimmt Michael Brak (Grüne) zu.

Flächen nicht wirklich geeignet

Vor allem in der CSU bleibt man skeptisch: „In Zirndorf funktioniert der Edeka am Ortsrand doch auch sehr gut“, meint Lydia Endres. „Warum soll das bei uns nicht auch gehen?“ Dazu kommt das Problem, dass auch die Flächen im Ort nicht wirklich geeignet sind, da sie entweder dicht bebaut oder nicht im Besitz der Stadt sind. Mit einer Ausnahme: der Festwiese.

„Nennen wir das Kind doch beim Namen“, meint deshalb Peter Eschler, Fraktionssprecher der CSU. „Hier werden viele naive Vorschläge gemacht, aber letztlich läuft es wieder auf das Gebiet zwischen Mühle und Penny-Markt hinaus. Dagegen werden wir uns wehren. Immerhin sind dort der Festplatz, der Rodelhang und das Landschaftsschutzgebiet. Das muss erhalten bleiben.“

„Die Festwiese ist nur einer von vielen mittelmäßig geeigneten Standorten“, versucht Thomas Rosemann zu erklären. „Entscheiden müssen letztlich die Roßtaler Bürger.“ So billigte der Marktgemeinderat schließlich das Konzept, das als Grundlage für eine Bürgerbeteiligung dienen wird, bei der über alle Standorte noch einmal diskutiert werden soll. Bürgermeister Johann Völkl (SPD) ist damit zufrieden: „Es hätte keinen Sinn gehabt, dieses Konzept abzulehnen, da wir es brauchen, um die Städtebauförderung zu bekommen und unsere Altorte lebendig zu erhalten.“

PETER ROMIR

Quelle: Fürther Nachrichten vom 31. März 2010 HFN/Seite 3

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