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Alle in Bewegung

Brachliegendes Minigolffeld als Parcours im Blick

ROSSTAL – Roßtal bewegt sich generationsübergreifend. Zumindest wenn es nach den Plänen des Agenda-21-Ausschusses geht. Das Gremium stellte in seiner jüngsten Sitzung das Konzept für einen Bewegungsparcours nach sportwissenschaftlichen Erkenntnissen für Jung und Alt vor.

Eine neue Idee für die alte Minigolfanlage hat die Roßtaler Agenda-21-Gruppe: Auf dem verwahrlosten Areal könnte ein Bewegungsparcours für alle Generationen entstehen.
Foto: Wunder

Entstehen soll das neue Bewegungsfeld auf der derzeit brach liegenden und unter Vandalismus leidenden Minigolfanlage auf dem Gelände Freizeit und Erholung. Denn das Minigolffeld, so wie es sich derzeit präsentiert, ist alles andere als einladend, geschweige denn zum Putten im kleinen Rahmen geeignet.

Die Bahnen, so weit noch vorhanden, sind mutwillig zerstört, es fehlen Bestandteile, scharfkantige Ecken stehen hervor. Einladend ist das Gelände offensichtlich nur für Jugendliche: Leere Pizzaschachteln, Plastikflaschen und allerlei anderer Müll zeugen von Partys. Der Bereich, der für Jung und Alt zum Spielen gedacht war, wird zunehmend zum Problem.

Jugendliche und junge Erwachsene nutzen den von Büschen eingewachsenen und dadurch schwer einsehbaren Platz zum Chillen, als Treffpunkt oder eben für Partys. Immer wieder werden auch Dinge zerstört, wiederholte Instandsetzungsmaßnahmen, Ersatzgeräte und Reparaturen seitens des Marktes brachten nichts. Im Gegenteil: „Die Akzeptanz für den Platz sank immer mehr“, berichtet Berthold Östreicher, Leiter des Agenda-21-Ausschusses.

Und auch die Anwohner sind ob des Lärms genervt und verärgert. Das soll sich mit dem Bewegungsparcours ändern. Östreicher erläuterte im Gremium und den geladenen Vertretern von Vereinen und Schulen sowie einigen Anwohnern ein Konzept der Firma »4Fcircle«. Die hat in Geisenfeld in der Holledau einen ähnlichen Parcours umgesetzt. Demnach würde der Platz in drei Bereiche – Kraft, Koordination, Mobilisation – eingeteilt und mit 14 stabilen, unzerstörbaren Geräten ausgestattet: zum Beispiel mit einer Dehnstation, einer schwebenden Plattform, einer Liegestützstation und einer Balancierstrecke. „Zudem empfehlen die Experten dringend, die Büsche zu entfernen, damit das Gelände offener und besser einsehbar wird“, so Östreicher.

Bei den Vertretern der Schulen rannte er mit dem Konzept offene Türen ein. Auch Vertreter von Vereinen äußerten sich positiv. Herbert Ehrdorf, Vorsitzender des TV Roßtal, regte an, die Jugendlichen bei den Planungen einzubeziehen. „Je mehr wir sie integrieren, desto weniger Vandalismus wird es geben – denn irgendwo müssen die Jugendlichen ja hin.“

Gemeinsam bauen

Der Vorschlag wurde von den Anwesenden gerne aufgegriffen. Ein junger Anwohner schlug vor, einige Geräte mit den Jugendlichen gemeinsam zu bauen, etwa eine Balancierstation mit Slacklines, die bei den jungen Leuten gerade in seien.

Lediglich der Kostenfaktor ernüchterte einige im Gremium. „Der fertige Parcours würde uns 90000 Euro kosten“, so Östreicher. Geld, das der Markt in der derzeitigen Finanzsituation nicht aufbringen kann. Auch hier wäre das Modell Geisenfeld ein Vorbild. „Die haben gut 30000 Euro in die Hand genommen, der Rest wurde über Spenden finanziert und Firmen haben Patenschaften für einzelne Geräte übernommen“, berichtete Östreicher.

Zum Martini-Markt im November will man das Konzept der Öffentlichkeit vorstellen, dann über einzelne Geräte diskutieren, Kontakt mit Firmen aufnehmen und sich mindestens zwei weitere Angebote für Konzepte einholen. Den Abbau der jetzigen demolierten Bahnen und Geräte veranlasste Bürgermeister Johann Völkl allerdings sofort.

Zwischenzeitlich ist der Agenda-21-Ausschuss vom Gemeinderat beauftragt worden, ein Nutzungskonzept für das gesamte Areal zu erstellen. Das fordert das Landratsamt, um den wiederholten Beschwerden der Nachbarschaft entgegen treten zu können. Der derzeit genutzte Bolzplatz etwa sei wohl nie genehmigt worden, das DFB-Minispielfeld ohne Höhenangaben. Auch Tafeln, die die Nutzungszeiten anzeigten, vermisst das Amt. Als Grundlage für eine baurechtliche Genehmigung soll aufgrund des Konzepts dann auch eine Lärmschutzplanung erfolgen. Diese könnte zum Beispiel die Erhöhung des bestehenden Lärmschutzwalls nach sich ziehen.

CLAUDIA WUNDER

Quelle: Fürther Nachrichten vom 8. August 2011 Seite 6/FLL

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