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Nein zum Öko-Paket

Die Initiative der SPD findet in Roßtal keine Mehrheit

ROSSTAL – In Roßtal wird es kein Öko-Paket in neuen Baugebieten geben. Im Marktgemeinderat scheiterte eine entsprechende Initiative der SPD an der Mehrheit von CSU, FWR und Grünen.

Bauherren, die etwas für die Umwelt tun, sollen belohnt werden. Diese Absicht habe hinter dem Vorstoß gestanden, sagt Fraktionssprecher Berthold Östreicher.

Orientiert hat man sich dabei an der Gemeinde Wiesent im Landkreis Regensburg. Dort wird von Bauherren ein so genannter Umweltbeitrag von fünf Euro pro Quadratmeter erhoben, bei einem Grundstück von 600 Quadratmetern kämen so also 3000 Euro zusammen. Wer sich Sonnenkollektoren aufs Dach packt oder auf Wärmerückgewinnung durch eine Lüftungsanlage setzt, bekommt von dieser Summe 20 Prozent erstattet. Ein Passivhaus wird mit 60 Prozent belohnt. Wer alles ausreizt, erläutert auf FLN-Nachfrage Thomas Rottbauer, zuständiger Sachbearbeiter bei der Gemeinde Wiesent, kann sogar 175 Prozent seines Ökobonus erhalten. Das Geld dafür nimmt die Kommune aus den Umweltbeiträgen von Bauherren, die sich nicht ökologisch engagieren.

Im Haupt- und Finanzausschuss fiel das Projekt mit fünf gegen vier Stimmen durch, eine entsprechende Beschluss-Empfehlung ging an den Marktgemeinderat. Die SPD überdachte daraufhin das Finanzierungsmodell. Zum einen wurde vorgeschlagen, den Bauherren einen Nachlass von fünf bis zehn Euro pro Quadratmeter einzuräumen, sollten diese „nicht alltägliche Maßnahmen zur Energieeinsparung“ realisieren. Auch die Möglichkeit, Kosten für die Inanspruchnahme eines Energieberaters ganz oder teilweise zu übernehmen, war vorgesehen.

Östreichers Appell im Marktgemeinderat, „etwas für die Umwelt zu tun“, drang aber nicht durch. Vor zehn Jahren, meinte Lydia Endres, hätte auch die CSU eine solche Maßnahme befürwortet. Heutzutage würden die Menschen aber schon aus finanziellen Gründen ökologisch bauen, und dafür gebe es ohnehin Zuschüsse der öffentlichen Hand. Der Verwaltungsaufwand im Rathaus ist ein weiteres Argument, das die christsoziale Fraktionssprecherin ins Feld führt. Außerdem, befürchtet Endres mit Blick auf neue Baugebiete auf den Sportarealen von Tuspo und TV, die im Zuge der Realisierung der Sportmeile entstehen, „könnte das zum Fass ohne Boden werden, und man kann dann ja nicht einfach aufhören“. Die CSU hätte ein „Baukindergeld“ befürwortet, dies sei allerdings mehrheitlich abgelehnt worden.

Ein ganz anderer Punkt störte Bündnis 90/Die Grünen bei dem Thema: Michael Brak hält es „für nicht ehrlich, wenn die Bürger über erhöhte Grundstückspreise für ihre eigene Förderung bezahlen sollen“. Lieber wäre dem Grünen ein Gutschein gewesen, mit dem sich jeder Bauherr bei einem Energieberater im Landkreis hätte informieren lassen können. Doch auch aus diesem „kleinen Ökopaket“ wurde letztendlich nichts.

H. EHM

Quelle: Fürther Nachrichten vom 3. Dezember 2013

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