Flächennutzungsplan der Stadt Zirndorf

    Redebeitrag in der Stadtratssitzung vom 6. Juli 2005

    Wir sind auch der Meinung, dass den Anträgen 1-5 auf Baulandausweisung nicht entsprochen werden soll. Des weiteren stimmen wir den landschaftsplanerischen Festsetzungen im F-Plan zu.
    Es gibt in dem vorliegenden F-Plan aber zwei Planungsbereiche, denen wir so auf keinen Fall zustimmen. Wir verweisen hier auf unsere Anträge zur Überarbeitung des Flächennutzungsplanes vom September 2004. Ich möchte das hier kurz wiederholen.

    • Altfeld
      Von der Ausweisung des gesamten Altfeldes als Bauland sollte unserer Meinung nach abgesehen werden. Eine arrondierende Bebauung an der Heimgartenstraße sowie südlich der Altfeld- und Kreutleinstraße können wir hingegen befürworten.
      Begründung: Wir haben mit dem Pinder und den aufgeführten kleineren Bauflächen genügend Baulandreserven. Der zusammenhängende Grünraum Altfeld erfüllt Wasserschutz-, Frischluft und Erholungsfunktion. Und das sehr ortsnah. Das macht u. a. den kleinstädtischen Charakter von Zirndorf aus und soll auch erhalten bleiben.
    • Anwanden West
      Die Ausweisung von 30 ha W und 40 ha GE sprengt den Rahmen des Ortes Anwanden total. Von einem schonenden und sparsamen Umgang mit Grund und Boden wie im § 1a BauGB gefordert, kann hier nicht die Rede sein. Eine an den natürlichen Grundlagen orientierte Siedlungsentwicklung bzw. -planung sieht anders aus. Der Ort, der im Bestand ca. 30 ha Siedlungsfläche hat, wird durch die vorliegende Planung auf 100 ha vergrößert. Da fehlt die Verhältnismäßigkeit. Dazu kommt noch die vorgesehene FÜ 14 neu, die die Landschaft zerschneidet, die die Stadt erst einmal wird zahlen und dann auch unterhalten müssen. Natürlich sollte der Standortvorteil S-Bahn künftig in Anwanden verstärkt genutzt werden. Aber das hier schießt über das Ziel hinaus. Es soll mit aller Gewalt Gewerbe und damit Einnahmen angezogen werden. Einnahmen können wir auch anders erzielen und auch zusätzliche Arbeitsplätze. Dann nämlich wenn sich endlich konsequent etwas bezüglich Tourismuskonzept tut. Wenn wir die 600.000 Leute, die wegen Playmobil nach Zirndorf kommen, auch dort abholen und für unsere Stadt interessieren. Dazu sind gigantische Gewerbegebiete und Erholungsraum zerschneidende Straßen nicht geeignet. Das nur am Rande.
      Die Wohn- und Gewerbeflächenausweisung in Anwanden sollte dementsprechend überdacht und erheblich reduziert werden.

      Folgendes Zitat gibt genau unsere Befürchtungen bezüglich dieser vorliegenden Planung wieder:
      “Das neue Dorf zerläuft zu Brei. Wahllos. Planlos. Rücksichtslos. Im Verbrauch von Fläche und Erschließung. Ohne Figur und Gestalt. Landschaft zu Grundstücken zerschnipselt. Ohne Ende Bauerwartungsland.”

    Sollte sich daran nichts ändern, lehnen wir den F-Plan in der vorliegenden Form ab.

    Kerstin Führes