Jetzt ist es öffentlich bekannt. Die Stadt Zirndorf plant eine Westumgehung der Stadt von der Rothenburger Straße über die Schwabacher und Banderbacher Straße bis hin zur Paul-Metz Straße. Die Stadt übernimmt den Bau dieser Straße selbst. Der Kreis tritt als Baulastträger auf. Die diesbezüglichen Vereinbarungen zwischen Stadt und Landkreis standen nun zur Vorberatung. (Siehe Bericht in den Landkreisnachrichten am 11.10).
Hier setzt nun die Kritik der Zirndorfer Grünen an. "Wir stellen das Bauwerk an sich von Anfang an in Frage", so Kerstin Führes, Ortssprecherin der Zirndorfer Grünen. Das geplante Projekt wird Millionen verschlingen - und das in Zeiten strapazierter Kassen! Das Landschaftsbild wird enorm beeinträchtigt, besonders durch die Bibertquerung. Die Auslastung der geplanten Straße ist nach Meinung von Wolfram Schaa und Kerstin Führes, den beiden grünen Stadträten, zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhersehbar. Die Grünen drängen darauf, dass man in der Bibertstadt endlich daran geht, ein schlüssiges Gesamtkonzept zur weiteren Stadtentwicklung zu erarbeiten. Erst dann sei es angebracht in Verbindung mit der Konversion des Pinder Areals und der Bebauung des Tunzenlohe Feldes über eine westliche Erschließung nachzudenken. Bis dahin wird laut Führes das Vorhaben Westspange sowohl aus finanziellen Gründen als auch aus umwelt- und stadtentwicklungspolitischer Sicht von grüner Seite abgelehnt.
Das Thema "Westspange" steht auch auf der Tagesordnung der nächsten Ortsverbandssitzung der Zirndorfer Grünen am kommenden Freitag, 18.10. um 20 Uhr im Gasthaus Bub. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.
Kerstin Führes
Bericht der Fürther Landkreisnachrichten
vom 25.10.
über unsere öffentliche Ortsverbandssitzung
"Offensichtlich mangelt es den Verantwortlichen in dieser Sache an Fingerspitzengefühl. Wie könnten sonst die barschen Stellungnahmen zu den Anfragen einer Zirndorfer Bürgerin zu erklären sein?", so lautet der Kommentar von Wolfram Schaa, neugewähltem und handyabstinentem grünen Stadtrat der Bibertstadt und er ergänzt: "Auch wenn der Mastenwald mit der Verbreitung der Mobilfunktechnik mehr und mehr zunimmt, ergibt sich hieraus kein Grund, alle Bürger über einen Kamm zu scheren, geschweige denn deren Ängste einfach wegzuwischen. So einfach darf man es sich ja wohl nicht machen"
Er meint, die Aussage, daß die Stadt sonst "ihren Einfluß auf die ständige Überprüfung der Anlage nach gesetzlichen Sicherheitsstandards verloren hätte" habe wohl nur Alibifunktion, denn die Strahlungswerte die letztendlich eingehalten werden müssen, seien nicht das Papier wert, auf dem sie stehen. Diese beziehen sich nämlich lediglich auf die thermischen Effekte, die die 26. Bundes Immisions Schutzverordnung beschreibt. "Diese Maximalwerte würden natürlich eingehalten".
Seiner Meinung nach wäre es wichtiger, die wirklich relevanten Emissionen zu ermitteln und die Betreiber aufzufordern, die Sendeleistung auf das technisch unbedingt notwendige Maß zu senken, um im Rahmen vorbeugenden Gesundheitschutzes die vorhandenen Risiken zu minimieren. "Daß Information und Aufklärung bei den Betroffenen parallel dazu mindestens genauso wichtig wären, müsse nicht extra betont werden. Denn so könnten Ängste abgebaut und nötiges Vertrauen geschaffen werden". Hierzu gehört seines Erachtens auch die Aufklärung über die Tatsache, daß viele drahtlose Haustelefonanlagen, sogenannte DECT Telefone oftmals mehr Strahlung emittieren als Handys oder Mobilfunkantennen, ohne daß es den Nutzern bewußt wäre.
Nach Aussage Schaas wurde schon im vergangenen Jahr die (übrigens nicht die erste) Anfrage des ausgeschiedenen grünen Stadtrates Friedrich Bergmann, man möge - möglichst frühzeitig – mit den Mobilfunkunternehmen Kontakt aufnehmen negativ beschieden. Er hatte dies als Einstieg angeregt und außerdem gefordert, die Standortauswahl, unter der Prämisse gesundheitlicher Rücksichtnahme und aus städtebaulicher Sicht (Ortsbild) zu diskutieren und anzugehen. Genauso negativ wurde die gleichfalls angefragte aktuelle Bestandsaufnahme der Mobilfunkantennen - sprich ein Mobilfunkkataster - behandelt, die die Stadt im Interesse ihrer Bürger hätte durchführen sollen.
Kerstin Führes, grüne Stadtratskollegin ergänzt abschließend: "Im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger, und natürlich aller Kinder hoffen wir, daß die Stadt ihre Sorgfaltspflicht endlich ernst nimmt und die genannten Forderungen angeht." Sie meint sogar, daß die Stadt Zirndorf eine Vorreiterrolle übernehmen könnte, indem sie präventiv im Sinne möglicher gesundheitlichen Beeinträchtigungen tätig wird und mit den Mobilfunkbetreibern vorausschauend Standorte diskutiert und auswählt.
Kerstin Führes und Wolfram Schaa

Der Neubau der Siedlerschule hat die Zirndorfer Grünen dazu veranlasst, den Stellenwert regenerativer Energien in ihrer Stadt unter die Lupe zu nehmen. "Das Ergebnis ist" nach Aussage von Ortssprecherin Kerstin Führes "ernüchternd". Die Schule wird konventionell mit Gas-Brennwerttechnik beheizt. Das Dachflächenwasser vom Titan-Zink-Dach wird sinnlos der Kanalisation zugeführt, weil die Versickerung des Wassers von solchen Dächern nicht zulässig ist, und auch die Sonnenenergie bleibt außen vor.
Es ist allgemein bekannt, dass die konventionellen Energieträger (Gas, Kohle, Öl, Uran) langsam aber sicher zur Neige gehen, und es deshalb mehr als angebracht ist, "bis übermorgen" zu denken.
Unter diesem Aspekt würde die Stadt gut daran tun, so die Zirndorfer Grünen Wolfram Schaa und Kerstin Führes, bezüglich der Energieverwendung vorausschauend zu handeln und diesbezüglich endlich eine Vorbildfunktion gegenüber ihren Bürgerinnen und Bürgern zu übernehmen.
Eine Hackschnitzelheizung in der Siedlerschule mit stadteigenem Holz (das Geld für das Heizmaterial würde sogar wieder der Stadt zufließen) wäre ein Schritt in diese Richtung und würde gleichzeitig Schulkinder mit innovativen und zukunftsweisenden Möglichkeiten der Energie vertraut machen. "Leider wurden auch mögliche Zuschüsse, z.B. des Förderprogrammes
"BioKomm" gar nicht in Betracht gezogen", so Wolfram Schaa.
Auch die Versickerung von Dachflächenwasser bzw. dessen Verwendung zur Toilettenspülung wären einfach zu verwirklichende Maßnahmen, die einerseits die Umwelt entlasten und andererseits den Kindern wieder mehr Einblick in die natürliche Kreisläufe geben würden.
Dies alles wird jedoch leider beim Neubau der Siedlerschule keine Rolle spielen. In der Zirndorfer Planungspraxis sieht es laut Schaa und Führes bisher meist so aus, dass zunächst nach alt hergebrachter Art und Weise geplant wird. Die nachträgliche Prüfung von Alternativen, hier z.B. einer Hackschnitzelheizung, führt zwangsläufig zu "Mehrkosten", die bei einer vorausschauenden Planung bereits im Gesamtpaket berücksichtigt und genehmigt worden wären. Unter rein finanziellen Gesichtspunkten gesehen, fällt es so natürlich im nachhinein leicht, alternative Energieformen abzulehnen und sie weiter ihr Schattendasein fristen zu lassen. Eine Praxis, die von Seiten der Zirndorfer Grünen aufs Schärfste kritisiert wird.
"Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geerbt!". Diese Überzeugung sollte auch bei der Stadt Zirndorf Eingang in die Planungen finden und nach außen hin sichtbar gemacht werden. Dafür werden sich die beiden neu gewählten Stadträte in den kommenden sechs Jahren einsetzen.
Kerstin Führes
Aus einer langjährigen Idee heraus haben die Zirndorfer Grünen jetzt die Förderinitiative Jugendhaus/Bürgerhaus ins Leben gerufen. Ursprünglich war daran gedacht das Gasthaus "Rotes Ross" als künftiges Bürgerhaus zu nutzen. Das zentral gelegene Gebäude wurde jedoch in diesem Jahr anderweitig verkauft.
Angesichts der prekären Situation in der Zirndorfer Nordstadt ist man zu der Auffassung gelangt, daß ein Jugendhaus bzw. Bürgerhaus in diesem Gebiet nicht nur eine kulturelle Bereicherung des Stadtteils bedeutet sondern auch erheblich zu einer Verbesserung der Gesamtsituation beitragen würde.
Hinter der Bezeichnung Jugendhaus/Bürgerhaus verbirgt sich der Gedanke, eine Begegnungsstätte für Jung und Alt, Ausländer und Deutsche, Einzelpersonen und Gruppen zu installieren. Gerade den Jugendlichen in der Nordstadt fehlt es an Aufenthaltsmöglichkeiten und sinnvollen Freizeitangeboten. Mit einer solchen Einrichtung könnte dann allen Bewohnern die Möglichkeit geboten werden, selbstbestimmte Aktionen zu organisieren und sich somit mit ihrem Stadtteil besser zu identifizieren. Konflikte würden so schon oft im Vorfeld vermieden.
Eine der InitiatorInnen der Förderinitiative, Elsbeth Biagioli, ist der Meinung, dass man möglichst schnell und möglichst konkret vor Ort mit den Bewohnern etwas Eigenes entwickeln muß. Erstes Ziel der Förderinitiative ist es deshalb zunächst Räumlichkeiten ausfindig zu machen, die sich für die Nutzung als Jugendhaus/Bürgerhaus eignen würden.
Auf einem Rundgang mit dem Jugendhausleiter Toni Klug wollen sich die Zirndorfer Grünen ein genaues Bild von der Situation in der WBG Siedlung machen.
Die Einnahmen aus unserem diesjährigen Weihnachtsverkauf fließen komplett der Förderinitiative Jugendhaus/Bürgerhaus zu.
Ansprechpartner für Interessierte und Förderer sind:
| Stadträtin | Stadträtin | Stadtrat |
| Sandra Carenza-Hanisch | Elsbeth Biagioli | Friedrich Bergmann |
| Rudolf-Harbig-Str. 30 | Kopplerstraße 3 | Hermann-Löns-Straße 42a |
| Tel. 603244 | Tel./Fax 601884 | Tel. 603813 |
Frau Führes ist seit 1995 bei den Grünen aktiv. Die 35-jährige ist Dipl.Ing. Landespflege und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern seit
1993 in Zirndorf. Für Frau Führes spielen ökologische Belange auf allen Ebenen eine große Rolle, deshalb fühlte sie sich der Grünen Partei schon immer verbunden.
Bezogen auf Zirndorf liegen Kerstin Führes besonders die städtebauliche Entwicklung und die Verkehrspolitik der Stadt am Herzen. Hier gibt es
nach ihrer Meinung viele Ansatzpunkte für Verbesserungen, für die sie mit ihrer Partei kämpfen möchte. Stichpunktartig zählt sie folgende Ideen auf:
Kerstin Führes
Heft 5 der Zeitung des Ortsverbandes Zirndorf, erschienen im Januar 2001
(W.S. 08.01.2001)
Pressemitteilung EEG-Gesetz nicht kontraproduktiv! Im Gegensatz zu Zirndorfs Bürgermeister Gert Kohl ist Wolfram Schaa, Sprecher der Landkreisgrünen der Meinung, daß das EEG-Gesetz weder kontraproduktiv sei, noch zum Murren Anlaß gäbe. Daß die Rahmenbedingungen für EVUs und Stadtwerke, bedingt durch die Liberalisierung des Strommarktes, nicht einfach sind, gesteht Schaa zu. Doch er ist auch der Meinung, daß sich Chancen böten, basierend auf Ausnutzung der Möglichkeiten von Dienstleistung, z. B. im Bereich Energiemanagement oder durch Selbstnutzung des EEG – dies ist möglich – auch zu "Akteuren der Energiewende" zu werden. Andere Stadtwerke nutzten bereits sehr erfolgreich auch die Möglichkeit, gezielt z. B. das Segment "Ökostrom" bei der entsprechenden Verbraucherzielguppe zu vermarkten. Der Vorstand der Grünen versteht auch nicht, warum in Zirndorf nicht möglich ist, was anderswo ohne großes Aufhebens mittels einstimmiger Beschlüsse anderer Kommunalparlamente im Kreis umgesetzt wird. Nicht Einigeln und das Monopoldenken früherer Zeiten, sondern offensive und vorausschauende Handlungsweisen sind gefragt. "Warum sollte dies in Zirndorf nicht möglich sein?" fragt Schaa und zitiert das chinesische Sprichwort: "Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen". Die Möglichkeit der Meinungsäußerung via Internet zu diesem Thema bietet das "Gästebuch" der
Landkreisgrünen
Wolfram Schaa
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Zirndorf, den 03. Dezember 2000
"Sind die Bemühungen um Arbeitsplätze und um die CO2 Reduzierung wohl kontraproduktiv?" fragt er.
Das Gegenteil bewiesen unter anderem die mittlerweile schon 28000 Arbeitsplätze, allein in der Windenergiebranche, daß dieses Gesetz - übrigens neidvoll im Ausland anerkannt - den ersten wirklichen Schritt in die nötige Energiewende darstelle.
Schaa macht auch gleich folgende Rechnung auf: "Trotz aller (!) gesetzbedingten Aufschläge,
(der Anteil des EEG in Bezug auf Windkraft und Solarenergie beträgt derzeit 0,3 Pf/KWh!) die im Übrigen in etwa den 1996 vom Bundesverfassungsgericht abgeschafften "Kohlepfennig" wieder ausgleichen, liegt der Strompreis immer noch gut 2 Pfennige unter dem vom Januar 1999".
Er nennt hier die finanzielle Beteiligung einiger Landkreiskommunen am geplanten Bürgerwindrad und ganz aktuell den Beschluß der Stadt Oberasbach zum Bau einer 15000.- DM-Photovoltaikanlage auf dem Neubau der Grundschule.
Als absolut herausragendes Beispiel der Energiewende führt er die 3000-Einwohner-Gemeinde Furth an, bei der bereits 90 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 350KW, davon 14 KW auf dem Rathaus, und 800m2 Solaranlagen für Brauchwasser in Betrieb seien. Der Bürger möge selbst hochrechnen, was dies bezogen auf Zirndorf mit seinen 28000 Einwohnern bedeuten würde.
Der Antrag der grünen Fraktion vom 17. Juli 2000, die Stadt Zirndorf möge sich (wie mittlerweile schon vier andere Kommunen des Landkreises) am Bürgerwindrad beteiligen wurde leider auf Vorschlag unseres Bürgermeisters Gert Kohl nicht auf der Stadtratssitzung vom 20.09.2000 zur Abstimmung gebracht. Mit der Begründung, daß man vor einer endgültigen Entscheidung eine Gesprächsrunde beim Kreisverband des Bayerischen Gemeindetages abwarten sollte, um einvernehmliche Festlegungen abzusprechen, wird auch hier wieder einmal die Möglichkeit verschlafen, sich fortschrittlich zu zeigen und in punkto erneuerbarer Energien ein Zeichen zu setzen, auch wenn dies nicht unmittelbar der "Daseinsvorsorge" der Stadt Zirndorf dient. Wenn die Verantwortlichen der Stadt noch länger warten, ist die Finanzierung (derzeit liegen Zusagen von 670.000 DM vor) auch ohne Zirndorf gesichert. Schade!
(Wolfram Schaa 24.09.2000)
Portrait und Vorstellung von
Wolfram Schaa (2006)
Wahlergebnis: 3,93 %
Heft 4 der Zeitung des Ortsverbandes Zirndorf, erschienen im Oktober 99
(W.S. 12.10.99)