Redebeitrag zum Bebauungsplan Anwanden

    Zirndorf, den 23. Juli 2008

    Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen,

    In der heutigen Vorlage heißt es schön und einstimmend: „bietet sich eine weitere Flächenausweisung an“ Das ist natürlich psychologisch ein guter Einstieg, wenn man denn den Wunsch nach einer Schlafstadt verfolgt, sich den Wünschen landespolitischer Planungen zu einem Siedlungsschwerpunkt unbedingt beugen und die restlichen größeren Flächen zersiedeln und versiegeln will.

    Dass dies nicht unseren Zielen der Stadt- und Siedlungsentwicklung, so wie wir sie in unserem Stadtentwicklungskonzept verabschiedet haben entspricht, lässt man geflissentlich unter den Tisch fallen. Dort heißt es unter anderem:
    „Die weitere Siedlungsentwicklung soll sich an den bisherigen Strukturen orientieren. Die einzelnen Ortsteile sollen ihren jeweiligen Charakter bewahren“
    Würde Anwanden seinen Charakter behalten? Warum müssen wir überhaupt noch Flächen ausweisen? Damit wir noch mehr Straßen bauen und Infrastruktur bereitstellen müssen? Um uns auch noch der restlichen Gebiete für Freizeit und Erholung zu entledigen?

    Bereits in der Sitzung vom 6. Juni 2005 haben wir Grüne die Planungsbereiche Altfeld und Anwanden des Flächennutzungsplanes abgelehnt. Daran ändert auch die Tatsache eines ersten Einstieges mit einem Wohnbaugebiet von knapp 10 ha nichts. Wo ist die Notwendigkeit hierfür? Damit man später den zweiten Bauabschnitt damit rechtfertigen kann? Weil sich dann wieder neue Sachzwänge ergeben werden?

    Zugegebenermaßen sind in der vorgelegten Planung Elemente enthalten, wie z.B. der Grünplan, der durch Bäume den Ortsbildcharakter positiv beeinflusst. Doch auch dieses und das Argument des Ausbaues des Anwandener Haltepunktes im Zusammenhang mit der Ertüchtigung der Bahnlinie zur S-Bahn wiegen unserer Meinung nach die zu erwartenden Nachteile für unsere Stadt nicht auf.

    Insofern lehnen wir diesen Bebauungsplan und die zugehörige Flächennutzungsplanänderung ab.

    Was wir uns vorstellen könnten wäre, diese Bebauung etwas kleiner, ökologisch und nachhaltig und in arrondierter Form zu gestalten. Bedingung hierfür ist unsererseits, dass die Pläne für den 2. Bauabschnitt, wie auch das geplante Gewerbegebiet im Norden der Bahn für den noch als Satzung zu beschließenden Flächennutzungsplan fallengelassen werden.

    Wolfram Schaa,
    Vorsitzender der Zirndorfer Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen