Zirndorf, den 26. November 2008
Sehr geehrte Herren Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen,
es freut uns, dass unsere bereits vor vielen Jahren immer und immer wieder angemahnten Berichte zum Energieverbrauch und zur Energieeffizienz der städtischen Liegenschaften nun in die Gänge kommt. Klimaschutz und Energiekosten sind die Schwerpunkte, um die es hier geht.
Ohne auf Details des Berichtes einzugehen sind wir etwas verwundert, dass die maßgeblichen Energieverbauchswerte
der Bibertsporthalle laut Energiepass relativ hoch liegen. Der Wert kommt nicht annähernd an die ebenfalls dargelegten
Vergleichswerte modernisierter Gebäude.
Verwunderung deswegen, da unsere Bibertsporthalle unlängst mit enormen Mitteln im fast 7-stelligen EURO-Bereich modernisiert wurde.
Fragen bzw. Erklärungsbedarf habe ich bei hinsichtlich der Methodik, wie in den bei den Werten des Energieverbrauchs der
witterungsbedingte Anteil herausgerechnet wird.
Was meines Erachtens in dem Bericht fehlt, sind Bemerkungen, die optisch auffällige Unterschiede erklären, bzw. Hintergründe darlegen.
Ich selbst kann zumindest vermuten, dass die gestiegenen Heizungs- und Stromverbräuche in der Schule Geisleithenstraße von 2006 auf
2007 durch die erhöhte Klassenanzahl entstanden sind.
Beim Fröbelhaus kann man vermuten, dass sich der Nutzungsgrad durch mehr Gruppen und Personen erhöht hat.
Es wäre halt schön, wenn solche erklärenden Hinweise zukünftig Berücksichtigung fänden.
Nun zu dem genannten Energiesparprojekt mit der Hauptschule.
Wir fühlen uns zwölf Jahre in die Vergangenheit zurück versetzt, denn mit dem damals von uns Grünen beantragten und leider
nur sehr leidenschaftslos umgesetzten Projektes „Fifty/Fifty“ wären bereits zu diesem Zeitpunkt gute energiepolitische
Ansätze vorhanden gewesen, die dieses Projekt zu einem Selbstläufer hätten werden lassen müssen. Während dies anderswo geschah,
ließ man das Projekt in unserer Stadt bereits nach einem Jahr auslaufen.
Das nun ins Auge gefasste Schulprojekt hat nach Aussage seiner Mainzer Verantwortlichen den Ursprung in dem Hamburger Modell,
deutschlandweit unter dem Begriff „Fifty/Fifty“ bekannt.
Doch jetzt zu der vorgeschlagenen und geplanten Umsetzung:
Wir halten es nicht für sinnvoll, dieses Projekt zu diesem Zeitpunkt in die Wege zu leiten.
Denn, nachdem ja Energie- und Wasserverbräuche über den Faktor Verhaltensänderung zu bewertbaren Ergebnissen führen sollen,
wird dies in den kommenden Jahren realistischerweise nicht möglich sein.
Soweit bekannt, soll die Erweiterung der Hauptschule incl. Teilabriss, technischen Energieeffizienzmaßnahmen und Neubau
während des laufenden Betriebes erfolgen. Dass heißt alle relevanten Verbräuche und damit deren Messwerte werden von äußeren Maßnahmen –
und das auch noch ständig wechselnd - in weit größerem Maße beeinflusst werden, als dies in diesem Zeitraum durch Verhaltensänderungen
möglich und messbar sein wird.
Das soll natürlich nicht heißen, dass man die Schülerinnen und Schüler nicht mit Anforderungen energieeffizienten Verhaltens vertraut
machen sollte, ja kontinuierlich machen muss.
Wir schlagen daher vor, abzuwarten, bis die Erweiterung der Hauptschule abgeschlossen und eine Anlaufphase bis zu einem realistischen und stabilen Grundverbrauch von Energie erreicht ist. Dann können wir mit dem Projekt, das wir prinzipiell ja befürworten loslegen, aber nicht jetzt bei der Hauptschule.
Ersatzweise schlagen wir vor, auch wenn es sich um eine Grundschule handelt, adäquaterweise die Schule Geisleithenstraße
für dieses Projekt auszusuchen.
Das Gebäude ist neu, die Energieverbräuche haben sich einigermaßen stabilisiert, und es wäre außerdem möglich, die dortige Photovoltaikanlage didaktisch am Rand mit einzubinden.
Also gute Voraussetzungen für das Projekt.
Wolfram Schaa
Für die Stadtratsfraktion
Hintergrund:
Unser Antrag von 1996 (pdf, 220k)
Fürther Nachrichten vom 24.10.1996 (pdf, 155k)
Fifty/fifty (das Orignal)
Fifty/fifty PLUS
Klimaschutz durch Energiesparen an Schulen