Auch wenn die Untersuchung einer Nullvariante bei diesem Bebauungsplan vom Ansatz her vielleicht im ersten Moment nicht logisch oder
zweckmäßig erscheint, so wäre eine solche bei der Dimension und den Kosten des Projektes angemessen. Oder ist es utopisch, eine
umweltverträgliche Lösung ohne, bzw. mit geringer Versiegelung und einer ortsübergreifenden ÖPNV-Planung zumindest anzudenken?
Die in der Stellungnahme der Verwaltung zitierte Untersuchung auf den "straßengebundenen öffentlichen Personennahverkehr" kann unseres
Erachtens nur die Fortschreibung des Nahverkehrsplanes, jedoch nicht eine auf die Aspekte der Westspange zu sehende Untersuchung sein.
Eine Variante, mittels ÖPNV die Dimensionierung der Westspange zu reduzieren, oder sie ganz entfallen zu lassen gibt es daher nicht.
Dass Zirndorf für diese landkreisbedeutsame Planung der Westspange Perspektiven für ÖPNV-Erweiterungen ausspart (Pkt. 3 der Stellungnahme
zur Einwendung von Herrn Schaa, privat) und in den Aufgabenbereich des Landkreises stellt, zeigt, dass diese Planung einzig und allein auf den
motorisierten Individualverkehr ausgerichtet ist. Dies stimmt uns bedenklich.
Beim Unterhalt ist zu bemerken, dass in den heutigen Zeiten knapper Kassen es sehr wohl überlegt werden muss, sich diese langfristigen Kosten
aufzubürden. Das Argument, dass die Unterhaltskosten ja dem Kreis obliegen werden sticht nicht, da dies ja dann über entsprechende Umlagen
finanziert werden wird.
Die Fürther Nachrichten zitiert Herrn Bürgermeister Kohl:
"Wir können froh sein, wenn das Geld reicht, das Begonnene zu beenden" und vermerkt, dass bereits jetzt absehbar ist, dass der Unterhalt
städtischer Straßen und Gebäude drastisch gekürzt wird. Frage unsererseits: Etwa jetzt schon zu Lasten der Westspange?
Was die Kosten von derzeit kalkulierten ca. 8 - 9 Mio. Euro angeht, die neben den Zirndorfer Bürgerinnen und Bürgern auch alle Steuerzahler
mit aufbringen sollen, so ist dieses Projekt unserer Meinung nach überzogen und steht in einem schlechten Kosten-Nutzen-Verhältnis.
Wir haben große Sorge, dass viele Gelder in anderen Bereichen mittel- und langfristig fehlen, und unnötigerweise Gestaltungsspielräume eingeengt,
wenn nicht sogar verschenkt werden.
Bezüglich der Trasse der ehemaligen und eventuell auch zukünftigen Bibertbahn kann die Darlegung der technischen Möglichkeit der höhenfreien
Kreuzung kein Trost sein.Würde sie doch nicht unerhebliche Kosten verursachen und damit den Kosten-Nutzen-Faktor verschlechtern.
Es stellt sich daher die Frage, ob dann die Stadt Zirndorf als Verursacher die Kosten übernimmt? Wohl kaum! Im Übrigen darf ich zur Kenntnis
geben, dass bezüglich der Bibertbahn aktuell eine Petition an den bayerischen Landtag eingereicht wurde.
Alles in Allem überwiegen für uns nach sorgfältiger Abwägung aller Elemente die Nachteile für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt, wie auch für Natur und Umwelt.
Wir lehnen diese Projekt daher ab.
Kerstin Führes, Wolfram Schaa
Stadträte Bündnis 90/Die Grünen