Unsere Gesellschaft durchlebt zur Zeit eine ihrer gravierendsten Veränderungen. Die soziale Marktwirtschaft wird durch
Großkonzerne mehr und mehr ausgehebelt. Die Devise für die kleinsten Glieder in der Kette, nämlich die Arbeitnehmer
und Kleinbetriebe lautet: "Friß oder stirb". Wir alle sind schuld an dieser Entwicklung, indem wir nur auf unseren eigenen
kurzfristigen Vorteil bedacht handeln.
Versuchen Sie diesen Teufelskreis auch im eigenen Interesse zu durchbrechen und stellen Sie sich auch einmal gegen den Strom.
Sie werden sehen, es kann Spaß machen und einiges in Bewegung bringen!
Thomas Lang, Sprecher
Bäume haben normalerweise ein sehr langes Leben - nicht so in Zirndorf.Bäume wachsen nicht von heute auf morgen!
Thomas Lang, Sprecher OV Zirndorf
Stadtmarketing und Citymanagement, Begriffe die in letzter Zeit häufig in der Presse zu lesen waren.
Was verbirgt sich dahinter?
Stadtmarketing ist ein langfristiges Führungs- und Handlungskonzept, das auf einer Leitidee aufbaut. Dieser Prozess soll dazu
beitragen, sich den geänderten Anforderungen einer urbanen und bürgernahen Stadtentwicklung besser anpassen zu können,
verkrustete Strukturen in Handel, Gewerbe, Gesellschaft und Verwaltung zu lösen und damit letztendlich zu einer
Attraktivitätssteigerung unserer Stadt beitragen. Dabei gilt es die Kommunikation zwischen privaten und öffentlichen
Akteuren zu fördern, um eine gedeihliche Entwicklung zu gewährleisten. Am Anfang des Prozesses steht erst einmal eine
detaillierte Analyse der strukturellen Voraussetzungen für Stadt- und Einzelhandelsentwicklung. Hierbei bedienen sich immer
mehr Kommunen der Beratung externer Fachleute.
Stadtmarketing nun also auch in Zirndorf.
Nachdem der Stadtrat sich Anfang des Jahres erstmals mit der neuen Thematik befaßte, wurden sehr schnell weitere Schritte
veranlaßt. Bereits Anfang Mai stellten sich verschiedene Firmen vor, die die Stadt bei ihrem Vorhaben unterstützen wollen.
In der Sitzung des Stadtrates am 19. Mai 99 wurde dann der Auftrag an die Firma Cima aus München vergeben.
Von dieser Firma versprach man sich die meiste Professionalität. Am 14. Juli konstituierte sich der Lenkungsausschuss,
um das weitere Vorgehen festzulegen. Ihm obliegt die Steuerung und Kontrolle des Projekts. In ihm sind unterschiedliche
Interessensgruppen und Entscheidungsträger vertreten. Durch einige Ergänzungswünsche der Grünen konnte die
Zusammensetzung des Gremiums noch etwas abgerundet werden. Der gesamte Prozess wird ungefähr ein Jahr in Anspruch
nehmen und zu guter Letzt in einem Handlungsleitfaden die nötigen Schritte definieren. Die Umsetzung der Zielvorgaben
wird dann Aufgabe eines Citymanagers sein, der die nötigen Schritte zwischen den Beteiligten koordiniert. Diese Aufgabe ist
zeitlich nicht begrenzt. Sie wird ein fortwährender, hoffentlich lebendiger Prozess sein, der sich immer wieder neu an den sich
ändernden Bedürfnissen orientiert.
Meine Bitte an die Zirndorfer Bürgerinnen und Bürger: Bitte beteiligen Sie sich intensiv an den Gesprächen und Beratungen.
Sie haben dadurch die Möglichkeit, Einfluß auf die Entwicklung ihrer Stadt zu nehmen.
Zeitplan des Projektes
Friedrich Bergmann, Fraktionsvorsitzennder
Karin Hufschmidt, Sprecherin
Heute: Rückenschmerzen
Wenn Sie unter Rückenschmerzen leiden, kann neben anderen Maßnahmen auch eine Korrektur der
Schlafhaltung helfen oder auch vorbeugen. Schlafen Sie nicht in Bauchlage, da so der Druck auf die Wirbelsäule am größten ist.
Am besten ist die Seitenlage (Fötalstellung). Legen Sie dabei die Hand des unten liegenden Arms unter den Kopf und beugen
Sie leicht die Knie. Auch ein Kissen zwischen den Knieen entlastet Ihr Becken. Rückenschläfer sollten sich ein kleines Kissen
unter die Lendenwirbelsäule legen, dadurch ist die Wirbelsäule gestützt. Karin Hufschmidt
Sicher haben die meisten von Ihnen erkannt, daß es sich hier nicht um ein Märchen, sondern um eine wahre Geschichte
handelt (Juli, anno 1999). Resümee: Wolfram Schaa, Sprecher Kreisverband Fürth-Land
Nach wie vor keine Lösung in Sicht.
Die geplante Modernisierung der Rangaubahn läßt weiter auf sich warten. Wie bekannt wurden ja Anfang 1998 die Planungen
gestoppt, nachdem aufgrund der geplanten massiven Eingriffe in die Natur längs der Bahnstrecke - auch die Kneippallee war
betroffen - und auch in privaten Grundbesitz mehr als 300 Einwendungen seitens der Bürger eingegangen waren. Der von
der Regierung von Mittelfranken festgelegte Erörterungstermin am 13. Mai 98 zur Behandlung dieser Einwendungen wurde
abgesagt. Seit dieser Zeit herrschte Funkstille und keiner wußte so recht wie es weitergeht. Im September 98 faßten wir
mit einem offenen Brief das Thema wieder auf und forderten darin die Staatsregierung auf, ihre vertraglich vereinbarte
Zusage (Rahmenvertrag zwischen dem Land Bayern und der DB AG vom 1. Sept. 95) einzuhalten. Gleichzeitig forderten
wir die DB auf, ihre überdimensionierten Planungen zum Bau einer Oberleitung für die Elektrifizierung zu modifizieren. Der
Brief blieb ohne Resonanz. Im Januar diesen Jahres war dann in den Fürther Nachrichten zu lesen, daß der "Integral",
ein spurtstarkes Dieselfahrzeug, die Lösung bringen soll. So sollte es lt. Bericht auch ohne Elektrifizierung möglich sein,
die Taktverdichtung zu erreichen. Aufgrund der Initiative von Bürgermeister Kohl gaben in der Stadtratssitzung
am 21. Juli 99 Herr Beiche von der DB AG und Herr Dr. Weiskopf vom VGN einen Sachstandsbericht zur derzeitigen Lage.
Laut Aussage von Dr. Weißkopf wurden seinerzeit die Planungen in erster Linie nicht wegen der massiven
Einwendungen gestoppt, sondern auf Veranlassung der Bayer. Staatsregierung, die die Bahn aufforderte nach neuen
Fahrzeugtypen zu suchen, die eine Elektrifizierung unnötig machten (Kostenersparnis). Für die Rangaubahn waren damals
23,5 Millionen DM eingeplant. Herr Beiche führte aus, daß seitens der Bahn das modernste Fahrzeug vom Typ ET 420/423
als S-Bahn angedacht war. Aufgrund der Einwendungen habe man dann den Dieseltriebwagen VT 644 als Alternative
vorgesehen. Dann kam es im Mai 98 auf Betreiben des Freistaates zur Unterbrechung des Verfahrens. Nach einer
europaweiten Ausschreibung läuft nun seit Feb./März dieses Jahres eine Untersuchung durch ein unabhängiges Büro
zur Lösung des Problems. Ergebnisse erwartet man nicht vor dem Herbst dieses Jahres.
Friedrich Bergmann, Fraktionsvorsitzender
Wolfram Schaa, Sprecher Kreisverband Fürth-Land
Elsbeth Biagioli
Werner Schmidt, Sprecher d. Landesarbeitskreises Verkehr und Siedlungswesen
Mitte Juli bis Ende August 99
"Standort- und Imageanalyse"
12. Oktober 99
"Vorpräsentation Analyse"
Ende Oktober 99
"Vorbereitung Leitbild-Ablauf"
16. Oktober 99
"Pressekonferenz Analysedaten"
10. November 99
"Zukunftswerkstatt"
Mitte bis Ende November 99
"Nachbereitung Zukunftswerkstatt"
Mittwoch, 1. Dezember 99
"Leitbild Workshops"
Dezember 99
"Leitbildentwurf"
ab Januar 2000
"Diskussion, Modifikation Leitbildentwurf"
ab Januar 2000
"Leitbildseminar"
ab Januar 2000
"Leitbildverabschiedung"
noch offen
"Leitbildveröffentlichung, Verabschiedung Stadtrat"
Kinder und Jugendliche - zu arm? (Bewegungsarmut und ihre Auswirkungen)
Kinderwagen, Bobbycar, Dreirad, Fahrrad, Motorroller, Motorrad, eigener PKW mit 18 Jahren.
So sehen in der heutigen Zeit die Fortbewegungsstationen auf Rädern vom Kleinkind bis zum Erwachsenenalter aus.
Bobbycar, Dreirad und Fahrrad möchte ich ausgrenzen, denn diese Fortbewegungshilfen werden mit eigener Körperkraft bewegt
und sind für die kindliche Bewegungserfahrung wichtig, genauso wie Kinderroller, Inliner oder Skateboards.
Ich arbeite seit vielen Jahren mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und stelle einen kontinuierlichen Verlust des natürlichen
Bewegungsverhaltens dieser Altersgruppen fest. Bereits Teenager haben Kreislauf-, Wirbel- und Fußbeschwerden. In diesem
Alter kann das wohl nicht auf eine überbelastung zurükzuführen sein, sondern eher auf einen Mangel an Bewegungsreizen
und -erfahrungen. Wenn die Beförderung auf Rädern nur dazu da ist, möglichst schnell und bequem von einer Sitzgelegenheit
in die nächste zu gelangen, hat das nichts mit vielfältiger Bewegungsentwicklung zu tun. Ein Mensch muss seine Grenzen
ausloten und das kann nur durch ureigenste psychische und physische Erfahrung geschehen. Ein Kleinkind ist durch seine
weichen Knochen und die Fettschicht vor Verletzungen bei den vielfältigen Bewegungsexperimenten im Kindesalter natürlich
geschützt. Warum wird ihnen diese, zugegebenermaßen oft schmerzliche Erfahrung durch mechanische Hilfsmittel verwehrt?
So manche schwere Verletzung im Erwachsenenalter würde bestimmt vermieden werden, wenn eine Bewegungserziehung im
natürlichen Sinn von Anfang an gestattet worden wäre. Nur durch frühkindliche Erfahrung lernt der Mensch seine körperlichen
Fähigkeiten einzuschätzen und sie nach individuellem Vermögen auch einzusetzen. Wenn in jungen Jahren eine ausreichende
Körpererfahrung erlebt werden durfte, wird im Erwachsenenalter keine Überforderung stattfinden, da die Grenzen der
ureigensten physischen Leistungsfähigkeit erlebt werden konnten.
Mein Appell an die Eltern: Lassen Sie Ihre Kinder Bewegung mit allen Sinnen erfahren, denn nur die natrülichen Grenzen
sind die richtigen und jede mechanische Hilfe ist dabei hinderlich; sie verfälscht das Bewusstsein des individuellen Bewegungspotentials.
Einfach - Natürlich - Gesund
Noch eine Empfehlung zum Schluss: Vermeiden Sie vor allem sich "zuviel aufzuladen", denn dieser Zustand führt am
häufigsten zu Rückenschmerzen.
Von der vergebenen Chance
Es war einmal ein Königreich. Hier regierte ein König schon mehrere Jahre, als man eines Tages die Kunde von der
kostendeckenden Vergütung bekam, einer geheimnisumwitterten Neuerung, die schon viele andere Königreiche zum
Nutzen ihrer selbst und der Untertanen eingeführt hatten. Hiernach beteiligt sich jeder im Königreich pro Jahr mit einem
Obolus von eineinhalb Mark und ermöglicht es damit vorausschauenden Bürgern, die bereit sind, ihre Dächer mit diesen
Zauberplatten auszustatten, Energie von der Sonne einzufangen und zum Nutzen aller weiterzugeben. Auch die Zünfte
der sagenumwobenen Photovoltaik würden profitieren; hätten sie doch mit diesen Aufträgen, deren Größe etwa
400 – 700000 Mark beträgt, in kurzer Zeit wieder vollere Auftragsbücher und könnten eventuell sogar hie und da eine neue
Kraft in Arbeit und Brot bringen. Plötzlich aber hielt der König in seinen Überlegungen inne. Ist das überhaupt meine
Aufgabe, mich für Arbeitsplätze stark zu machen? Das kann ja wohl der Kaiser tun! Und was wird der Fürst der Stadtwerke
machen, der sich doch ohnehin schon auf den Krieg des freien Strommarktes vorbereiten muß? Im Grübeln begriffen fand er
noch mehr vermeintlich Ungünstiges. Atomische Energie aus fernen Landen ist ja viel viel billiger und was ist, wenn man es
sich mit den Rittern vom Orden des freien Marktes verscherzt? Außerdem könnten doch manche Untertanen glauben, sie
würden diesen Sonderlingen mit ihren Dächern und nicht der Allgemeinheit zu Diensten sein.
Also tat er dem Ältestenrat kund, daß diese kostendeckende Vergütung zwar ein gut Ding sei, aber je länger man darüber
grüble, es für das Königreich wohl doch nicht in Frage käme. So entsagten alle Räte - außer denen der Grünen - dem
Vorschlag ein Modell für diese Form der Förderung der neuen Energien vom Fürstentum der Stadtwerke entwickeln zu
lassen, das dem Königreich zum Nutzen gereichen könnte. Ebenfalls abgeschlagen wurde der Wunsch der Grünen Räte,
doch die Erfahrungen aus anderen Reichen einzuholen, habe es doch keine Eile und Not in dieser Sache. Das Königreich
Amberg hatte nämlich anno 1998 im Dezember, also schon zu Zeiten des freien Strommarktes die „KV“ zum Gesetz erklärt.
So konnte es denn geschehen, daß das Königreich den Göttern der Zukunft und des Weitblicks entsagt und damit nicht
wenige gläubige Untertanen enttäuscht hat. Und wenn sie nicht gestorben sind entscheiden diese Räte auch heute noch.
Damit zeigte sich leider wie so oft, daß viele Räte des örtlichen Königreiches in veralteten Klischees verharrend
Entscheidungen fällen, die an Weitsichtigkeit zweifeln lassen. Auch drängt sich - speziell hier - wo man Arbeitsplätze
und deutsche Wettbewerbsfähigkeit positiv beeinflussen könnte die Frage auf, ob man sich überhaupt groß Gedanken
macht. Zwischen der ersten Vorstellung im Werkausschuß und der Abstimmung im Stadtrat lagen gerade mal zwei Tage.
Oder war man der Meinung, es besser zu wissen als etwa 65 andere bayerische Städte und Gemeinden? Der Bürger, für den
man hier angeblich entschieden hat, wurde bei dieser wichtigen Sache jedenfalls außen vor gelassen. Vielleicht wollte man
aber auch gleich vollendete Tatsachen schaffen, um sich nicht mit dieser Spezies von aufgeschlossenen und
zukunftsbewußten Bürgern abgeben zu müssen? In anderen Städten Bayerns jedenfalls gibt es Kommunalpolitiker aus
den Reihen von SPD und CSU, die die Energieprobleme der Zukunft erkannt haben und sich an deren langfristiger Lösung
(Übergang aus Fossil- und Atomtechnik in alternative Energien unter Ausnutzung aller möglichen Energiesparpotentiale)
zusammen mit ihren Bürgern beteiligen.
Modernisierung der Rangaubahn
im Bild: der Regio-Shuttle von ADtranz, vielleicht kommt er in Frage?
Herr Dr. Weißkopf führte dann noch einmal die Gründe für eine Modernisierung der Rangaubahn an:
Verbesserung des Angebotes um 30% auf ca. 8000 Fahrgäste im Spitzenverkehr. Die betriebliche Kosten-Nutzung-Rechnung
(Indikator A) sieht Mehraufwendungen von 3 Millionen DM im Jahr, dagegen stehen 1,5 Millionen DM Mehrerträge.
Die gesamtwirtschaftliche Betrachtung (Indikator B) sieht einen Kosten-Nutzen-Faktor von 2,14. Dies sei ein gutes Ergebnis.
Herr Beiche wies dann noch darauf hin, daß eine Streckenverlegung im Bereich der Kneippallee aus Kostengründen nicht
realisierbar sei. Ebenso komme eine Einhausung zum Schutze der Bäume nicht in Frage, weil sich die Kosten auf 100-150000 DM
pro Baum beliefen. Herr Dipl.-Ing. Helmreich, der in anderer Sache an der Stadtratssitzung teilnahm, wurde von Bürgermeister
Kohl kurzerhand zum Sachverständigen erklärt. Das Büro Helmreich führte damals die Planungen zum Bau der Paul-Metz-Straße
durch. Herr Helmreich machte noch einmal deutlich, daß es seitens der Bahn zu schweren Planungsfehlern und Versäumnissen
im Vorfeld der Planungen gekommen und die jetzige Situation alleine der DB AG anzulasten sei. Herr Beiche erklärte auf meine
Frage, ob denn die Bahn zu einem Umdenken bereit sei, "im Falle einer Elektrifizierung mit Oberleitung halte die Bahn an ihren
bisherigen Planungen fest."
Fazit:
Es hat sich nichts geändert. Bleibt nur zu hoffen, daß das unabhängige Gutachterbüro doch noch eine Lösung anbietet,
die allen Seiten gerecht wird. Die Kneippallee muß bleiben!
Solarbörse ist OUT - Kostendeckende Vergütung ist IN
Seit der Ankündigung in unserer letzten Ausgabe, zum Thema Solarbörse des FÜW (Fränkisches Überlandwerk) Stellung zu
nehmen, haben sich unsere Befürchtungen zu deren Marktchancen bestätigt.
Ziel des FÜW war es - zumindest nach außen - sich beim Thema alternative Energien mit dieser Börse, wo Stromanbieter
und Stromver- braucher den Kurs von alternativem Strom bestimmen, in den aktuellen Trend einzubringen. So konnten
Verbraucher Gebote zu Strompreis und Menge machen, die mit der anderen Seite der Anlagenbetreiber, die ihrerseits
ihre Wunschvorstellungen verwirklichen wollten, in Einklang gebracht werden mußten. Doch auch die exorbitant hohen
Kosten des im Herbst 98 gestarteten Werbefeldzuges (Insider sprechen von etwa ein bis drei Millionen DM !!!)
verhalfen dem Projekt Solarbörse nicht zum gewünschten Erfolg. Denn von über 270000 FÜW-Kunden entschlossen
sich lediglich 240 zum Bezug von Solarstrom mit dem Gesamtvolumen von ca. 20000 KWh. Dies hatte zur Folge, daß von
knapp 40 damals in den Startlöchern sitzenden Anlagenbetreibern lediglich acht (!) zum Zuge kamen, und nun zum
Preis von 1,40 DM ihren Strom ins Netz des FÜW einspeisen können. Doch welcher Verbraucher, so idealistisch er
auch sein mag, stellt schon einen extra Antrag, um mehr bezahlen zu dürfen? Mag sein, daß auch das geschwundene
Vertrauen der Bürger in das FÜW seit dem Anlagedebakel, wo etwa 180 Millionen in den Sand gesetzt wurden, mit
daran schuld ist. So kam es wie von vielen Seiten befürchtet: Die Börse wurde zum Flop!
Doch was tun, um der nach wie vor nicht auf die Füße kommenden Solarindustrie zum Erfolg zu verhelfen, der
Industrie, die Wirtschaftimpulse geben und nach neuesten Untersuchungen bis zu 250000 Arbeitsplätze schaffen kann!
Der einzig vernünftige Weg ist, daß endlich Bürger, Politiker und auch die Wirtschaft die Notwendigkeit der Energiewende
als (langwierige) gesamtgesellschaftliche Aufgabe begreifen und miteinander Wege dorthin beschritten werden.
ähnlich wie bei der Lohnsteuer, wo die Masse den Löwenanteil erbringt, würde es hier bedeuten: Wenig für jeden ist
viel für alle! Dies ist z.B. der Grundsatz der "kostendeckenden Einspeisevergütung", auf die ich im letzten Heft
eingegangen bin. Leider haben die Zirndorfer Fraktionen von SPD und CSU dies, obwohl vom Bürgermeister auf
die Tagesordnung gesetzt, gnadenlos abgelehnt (siehe auch das wahre Märchen "Von der vergebenen Chance"
in dieser Ausgabe). Hier wurden Chancen verspielt, während man ohne schlechtes Gewissen auf den vermeintlich
billigen Atomstrom schielt, den die Energieversorger demnächst auch noch zu Dumpingpreisen aus Rußland
importieren werden.
Gott sei Dank hat wenigstens die Bundesregierung mit dem 100000- Dächer-Programm und weiteren Förderungen
den ersten Meilenstein zur Energiewende gesetzt!
Am Rande vermerkt:
Erst nach Inkrafttreten der nächsten Stufe der Ökosteuerreform wird der seit 1996 nicht mehr erhobene "Kohlepfennig"
in Höhe von etwa 2,5 Pfennigen pro Kilowattstunde egalisiert sein!
Was ist Ihnen Ihr Wasser wert?
Na Gott sei Dank, sowohl die SPD als auch die CSU haben mir mit ihren jeweiligen Beiträgen zur Wasserpreiserhöhung
in den Partei - Magazinen einen großen Gefallen getan. Es freut mich sehr, dass damit das Thema nicht vom Tisch ist,
dafür ist es mir zu wichtig.Zudem gibt es mir die Gelegenheit, in der Öffentlichkeit darauf einzugehen, um damit den
Bürgern wichtige Details mitzuteilen.
Fakt ist - laut Stadtratsvorlage vom 03.02.1999 - dass Zirndorf bei der Wasserpreisgestaltung bisher sehr moderat gewesen ist
(siehe nebenstehende Grafik), d.h. von 20 Anbietern im näheren Umkreis liegt Zirndorf an viertletzter Stelle.
Für das Jahr 1999 sind 160.000 DM und für das Jahr 2000 sind 80.000 DM Betriebsverlust zu erwarten, trotz der
Wasserpreiserhöhung um 0,10 DM je Kubikmeter zum 01.07.99. Weitere Verluste von 120.000 DM entstehen durch
Zinszahlungen aus der Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 2,3 Mio., welches zum Bau des Weitersdorfer
Hochbehälters benötigt wurde, sowie durch Abschreibungen in Höhe von 170.000 DM. Außerdem müssen jährlich
in der Wasserfassung Weiherhof Brunnen saniert oder neu gefasst werden. Aufgrund nachfolgend dargelegter Gründe
schien es mir gerechtfertigt und für den Bürger bei entsprechender Information auch nachvollziehbar, den Wasserpreis
nicht um 0,10 DM je Kubikmeter zu erhöhen, sondern um wenigstens 0,30 DM. Wasser ist einer unserer kostbarsten
und unverzichtbarsten Rohstoffe und wir alle müssen lernen, sparsam und verantwortungsvoll damit umzugehen.
Wasser ist nicht beliebig vermehrbar. Die Selbstverständlichkeit, mit der wir täglich über ausreichende Mengen an
sauberem Wasser verfügen, sollte uns stets bewusst machen, dass dies in vielen Bereichen von Südeuropa oder in
Ländern der dritten Welt nicht selbstverständlich ist. Unser Bemühen sollte es sein, einen maßvollen Umgang damit
einzuüben, um unseren Kindern und zukünftigen Generationen eine gute Lebensgrundlage zu erhalten. Wenn ich erlebe,
dass in meinem persönlichen und beruflichen Umfeld Erwachsene und Kinder gedankenlos und verschwenderisch mit
Wasser umgehen, dann erschreckt mich das sehr und ich versuche dies zu ändern.
Wenn eine Gemeinde große Investitionen tätigt, um wie in diesem Fall, die Wasserdruckverhältnisse zu verbessern,
muß sie darauf bedacht sein, diesen Ausgaben entsprechende Einnahmen entgegenzusetzten. Schließlich trägt sie
dem Bürger gegenüber die Verantwortung, wirtschaftlich mit seinem Geld umzugehen.
Sicher ist eine Deckung in vielen Fällen nicht möglich und auch gar nicht erwünscht, wie zum Beispiel beim Betrieb
eines öffentlichen Schwimmbades oder sonstigen Einrichtungen wie Schulen, Spielplätzen usw. Hier haben andere
Maßstäbe Priorität. Aber ich bin sicher, daß es jedem mündigen, gut informierten Bürger möglich ist, nachzuvollziehen,
warum hier ein etwas höherer Wasserpreis gerechtfertigt wäre. Nochmals: Mir kam es vorrangig darauf an, mit einem
etwas höheren Wasserpreis eine gedankliche Auseinandersetzung mit diesem Thema anzustoßen. Denn wer zahlt
schon gerne freiwillig mehr? Ich fände es durchaus zumutbar, den Unterschiedsbetrag von 0,20 DM je Kubikmeter
mehr zu bezahlen. Beim durchschnittlichen Wasserverbrauch einer vierköpfigen Familie würde dies den Gegenwert
von ca. 3-4 Schachteln Zigaretten jährlich ausmachen. Sollten diese Überlegungen nicht Anlaß genug sein zu mehr
Sorgfalt im Umgang mit Trinkwasser?
Die Entwicklung Zirndorfs zur Metropole!
Betrachtet man die Entwicklung Zirndorfs, so können einem nur graue Haare wachsen. Denn Zirndorf wächst und wächst
und wächst ... Hierzu eine kleine Gegenüberstellung der Entwicklung der Einwohnerzahlen in Nürnberg, Kitzingen
und Zirndorf. Kitzingen wird von hiesigen Politikern oft neidisch zitiert, da es den Status "Große Kreisstadt" hat,
obwohl es von Zirndorf schon 1980 bezüglich der Einwohnerzahl überholt wurde. Hinweis: In einer Großen Kreisstadt
kann sich der Bürgermeister "Oberbürgermeister" nennen. Als Basisjahr wurde 1840 gewählt (=100), dies sind die ältesten
verfügbaren Daten.
Quelle: Statistisches Jahrbuch Bayern
Die Entwicklung der Großstädte Anfang des 20. Jahrhunderts ist typisch und bedingt durch die Industrialisierung.
Auch Kitzingen (im Umland von Würzburg) und Zirndorf profitierten davon. Aber anders als in Kitzingen, wo die
Entwicklung seit 1970 abgeschlossen ist, ging es in Zirndorf erst richtig los. 1980 erreichte es genau wie Nürnberg
etwa die 7,5 fache Einwohnerzahl von 1840. Nürnberg hat damit aber nun einen Abschluß gefunden. Anders in Zirndorf.
Wenn die Tendenz der Einwohnerentwicklung so weiter verläuft, dann hat Zirndorf 2010 mindestens 35.000 Einwohner
und somit 13 mal so viel wie 1840 oder das Doppelte von 1970. Kitzingen hingegen wird auch 2010 noch die gleiche
Einwohnerzahl wie 1970 haben - trotz Großer Kreisstadt. Weder der Titel "Große Kreisstadt" noch die Einwohnerzahl
sagen etwas über die Lebensqualität aus. Denn auch in der Übersichtlichkeit einer gewachsenen Kleinstadt kann eine
Chance liegen. Kitzingen ist hier ein gutes Vorbild. Auch wenn jetzt große Teile der Landkreisverwaltung nach Zirndorf
in die ehemalige Pinder-Kaserne wandern, Zirndorf dann endlich den Titel "Große Kreisstadt" bekommt und der
Bürgermeister "befördert" wird, kann es wie Kitzingen eine lebens- und liebenswerte Kreisstadt bleiben.
Die fußläufige Erreichbarkeit der wichtigsten Versorgungseinrichtungen ist hierbei wichtig. Auf diese Weise läßt sich
der umweltbelastende Autoverkehr reduzieren. Denn trotz Katalysator macht das Auto Lärm und verbraucht Energie und Fläche.
Es gibt natürliche Grenzen des Wachstums - Bibert, Wasserschutzgebiete, Wald und Infrastruktur (Schulen, Kindergärten,
Einkaufsmöglichkeiten) stehen in direktem Zusammenhang. Hier ist eine abgestimmte, vorausschauende Planung notwendig.
Damit Zirndorf nicht endgültig zur Schlafstadt von Nürnberg und Fürth wird - der größte Teil der
Arbeitsplätze wird wohl auch künftig in diesen Städten liegen - und der Straßenverkehr noch
unerträglicher wird, dürfen keine neuen Wohngebiete mehr entstehen.
Bescheidenheit ist und bleibt auch hier eine gute Tugend.
Der nächste Zirndorfer Spiegel erscheint
Ende 2000 oder Anfang 2001!
12. Oktober 1999