Besuch der KreisGrünen bei der Dillenberggruppe

Trinkwassergewinnung im Landkreis derzeit nicht gefährdet

Die Dillenberggruppe ist ein Wasserzweckverband, der seit seiner Gründung im Jahr 1962 immer mehr Gemeinden westlich von Zirndorf bis zur Landkreisgrenze und darüber hinaus versorgt, derzeit ca. 65 000 Menschen. Das Wasser kommt aus Brunnen rund um Wintersdorf und Ammerndorf sowie aus dem Wasserschutzgebiet um Gonnersdorf. Einige Hochbehälter auf dem Dillenberg garantieren konstante Wasserversorgung und Wasserdruck.

Im Wasserwerk Wintersdorf konnte sich eine Gruppe interessierter Mitglieder von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Begleitung von Bundestagskandidat Uwe Kekeritz über die Wassergewinnung informieren. Geschäftsführer Utz Emme führte durch die neu renovierte Anlage und erklärte, Trinkwasser sei das mit Abstand am stärksten kontrollierte Lebensmittel. Ständig wird anhand von über 50 Parametern überprüft, ob die strengen Vorgaben der Trinkwasserverordnung eingehalten werden. Diplomgeologe Wick informierte darüber, dass ein großer Teil des Wassers aus tiefen Sandsteinschichten gewonnen wird. Wasserstand und Fließrichtung des unterirdischen Wasserreservoirs bleiben dabei immer im Blickfeld. Wick ist sich sicher, dass die Wasserneubildung in unserer Gegend noch lange ausreichen wird, um die Entnahme auszugleichen. Von 600 mm Niederschlägen werden nur 100 mm benötigt für die Sicherung des Grundwasserspiegels. Sollte die Flächenversiegelung jedoch im gleichen Ausmaß weitergehen wie bisher, werde dieses Gleichgewicht gestört. Schon jetzt versickert immer weniger Oberflächenwasser. Intensive Landwirtschaft mit verdichteten Ackerflächen, zunehmende Starkregen und anhaltende Trockenzeiten in Zeiten des Klimawandels tragen dazu bei. Das oberflächennahe Wasser ist zudem verunreinigt durch eingeschwemmte Düngemittel und Herbizide, sodass es nur bedingt zur Trinkwassergewinnung herangezogen werden kann. Leider ist Bayern beim Flächenanteil von Wasserschutzgebieten deutschlandweit auf dem vorletzten Platz. Der Schutz des Trinkwassers sollte oberste Priorität für den Gesetzgeber haben, so die Sprecherin der Landkreisgrünen, Heidi Deffner. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen sich auf allen politischen Ebenen für den Schutz des Trinkwassers ein, für eine verstärkte Ausweisung von Wasserschutzgebieten bei gleichzeitiger Entschädigung der Landwirte, für eine Begrenzung der Flächenversiegelung, für eine ökologische Landwirtschaft. Im Wasserwerk konnte sich die Besuchergruppe überzeugen, welch kostbares Gut das Wasser ist. Es schmeckte ausgezeichnet. Ein großes Dankeschön an die Verantwortlichen des Wasserzweckverbandes für eine gelungene Führung!

Bericht: Heidemarie Deffner / Fotos: Christian Schneider

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