Ein von seinen eigenen Rechercheergebnissen erschütterter Wissenschaftler, viele drängende Fragen an die Stadt Oberasbach und immer wieder das Thema Eigenverantwortung prägten eine Veranstaltung im Siedlerheim Oberasbach. Eingeladen hatten Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam mit Bürgermeisterkandidat Thomas Diebenbusch.
Referent Klaus Neumeier (B. Sc. Physikalische Geographie) erklärte Ursachen, Folgen und mögliche Gegenmaßnahmen und machte deutlich, dass Starkregenereignisse nachweislich häufiger und intensiver auftreten. Besonders gefährlich sei die zunehmende Wucht des Wassers – verstärkt durch versiegelte Böden, auf denen kaum noch etwas versickern kann. Die Folgen sind längst spürbar: Im Sommer 2024 kam es allein in Oberasbach innerhalb von sechs Stunden zu 68 Feuerwehreinsätzen wegen überfluteter Keller und Unterführungen.
Erschütternd sei, dass es bundesweit kaum Interesse an einer Anpassung an den Klimawandel gebe. Laut einer Studie von 2022 haben von 400 angefragten Kommunen in Deutschland nur 40 bislang ein Klimaanpassungskonzept in Angriff genommen haben. Immerhin: in Oberasbach liegt ein solches Konzept vor!
In der anschließenden lebhaften Diskussion, in der viele der Anwesenden ihre Fragen direkt an den Referenten, die Stadträte und den Bürgermeisterkandidaten stellen konnten, wurden v.a. die Themen Nachverdichtung, Überlastung des Entwässerungssystems und Versiegelung und Verdichtung von Flächen angesprochen. Als mögliche Gegenmaßnahmen wurden Entsiegelung, weniger bzw. behutsamere Nachverdichtung, Verwendung von Rasenpflastersteinen, Dachbegrünung, Zisternen und Rückstauschutz genannt. Auch der Abschluss einer Elementarversicherung wurde dringend empfohlen.
Jede*r kann sich beim „Umweltatlas des Freistaates Bayern“ bei Karteninhalte unter dem Stichwort „Sturzflut/Potenzielle Fließwege bei Starkregen“ selbst informieren, wo in seinem Wohngebiet bei Starkregen Gefahr droht, um geeignete Vorsorgemaßnahmen zu treffen.
Ausdrücklich wurde auch der Feuerwehr für ihren unermüdlichen Einsatz gedankt und darum gebeten, den Feuerwehrmännern und –frauen bei ihren ehrenamtlichen Einsätzen mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen und sie bei ihrem Kampf gegen die Wassermassen wo immer möglich zu unterstützen und tatkräftig Hilfe anzubieten, und sei es nur durch ein Glass Wasser oder eine Tasse Kaffee.
Am Ende stand ein klares Fazit: Nur durch gemeinsames Handeln von Kommune und Bürger wird Oberasbach zukünftige Starkregenrisiken bewältigen können.
Weitere Infos zum Thema:
– Sturzflutkonzepte_Kompaktinformation Landesamt für Umwelt
– DWA Kurzvideos zur Gebäudesicherung gegen Starkregen
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